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Zwischen Demut und Spektakel

Wie baut man in den Alpen? Wie meistern Architekturschaffende die Gratwanderung zwischen Demut und Spektakel? Die ARD zeigt am 11., 18. und 25. Dezember die letzten drei Teile der Serie «Neue alpine Architektur». Anne Haeming, Autorin beim Magazin Der Spiegel, hat sich den ersten Teil angesehen und zeigt sich angetan.

 

Text: Elias Baumgarten – 6.12.2016
Foto: ETH-Studio Monte Rosa / Tonatluh Ambrosetti

Eigentlich sei es natürlich eine Schnapsidee, Häuser in den Alpen zu bauen, findet Anne Haeming: Jeder der ein paar Stunden auf einem majestätischen Gipfel verbracht habe, wisse wie lächerlich Stromleitungen, Chalets und Seilbahnstationen inmitten dieser einzigartigen Kulisse wirkten. Doch gebaut wird in den Alpen natürlich trotzdem. Und so widmen sich die Filmemacher Brigit Eckelt und Frieder Käsmann in vier Teilen der «neuen alpinen Architektur».

 

Überblick in vier kleinen Happen
Haeming zeigt sich in ihrer Kritik «Neuer Bergbau» angetan vom ersten der je halbstündigen Filme. Die Serie nähert sich alpine Bauten in der Schweiz, Südtirol, Bayern und Österreich je einzeln – Haemings einziger Kritikpunkt. Denn dadurch geht die Vergleichbarkeit ein Stück verloren und es wird schwerer Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszufiltern.

 

Lob für die Schweiz, Kritik für Zaha Hadid und die Bayern
Im ersten Teil über die Eidgenossenschaft, der gestern ausgestrahlt wurde, kam neben Herzog & de Meuron und Peter Zumthor auch Andrea Deplazes zu Wort, dessen Monte-Rosa-Hütte eine Energiebilanz aufweist, «die jedes Öko-Baugruppenprojekt in Freiburg blass werden lässt» und für Haeming so «Demut vor der Natur» beweist. Besonders punkten konnte Deplazes bei der Kritikerin indes mit der Aussage, mittelalterliche Bergfriede hätten für die Hütte Modell gestanden. Haeming freut sich: «Die landläufige extravagante Kristallassoziation gefällt ihm nicht.» Im Vorgriff auf die kommenden Teile lobt sie auch Carlo Baumschlager aus Vorarlberg, der es kindisch findet, den Bergen etwas entgegenzusetzen und lieber ein ganz leises Summen erzeugen will. Und sie freut sich über die Kritik an Zaha Hadids Alpenarchitekturen, die wenig nachhaltig seien, oder an architektonisch schwachen Ansätzen aus Bayern – wobei sie noch nicht mehr verraten will.

 

Teil zwei folgt am 11.12. um 11.20 Uhr, die Teile drei und vier am 18.12. um 11:45 Uhr beziehungsweise am 25.12. um 11:40 Uhr.

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