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Zurück zur Realität

Das heikle Bergterrain – Speicher des kostbaren Quellwassers – holt Remo Stoffel, Visionär und Immobilienunternehmer, zurück auf den Valser Boden. Die Suche nach einem geeigneten Standort für den geplanten 381 Meter hohen Turm gestaltet sich schwierig.

 

Text: Anne-Dorothée Herbort – 14.3.2017

Das höchste Gebäude Europas solle es werden und reiche Touristen aus Übersee ins enge Valsertal locken. Das Turmprojekt solle als Nischenprodukt den wirtschaftsschädigenden Massentourismus eindämmen. Mit diesen starken Worten pries Remo Stoffel, Immobilien Unternehmer aus Vals, sein visionäres Grossprojekt in New York an. Er baue den Turm – koste es was es wolle – kündigte er der Valser Gemeinde an, die dem Projekt schliesslich zustimmen muss.
Seit dieser Rede sind zwei Jahre vergangen. Damals wollte Stoffel seinen «Zahnstocher» – einen 381 Meter hohen Turm mit über Hundert Hotelzimmern – unweit neben die weltberühmte und unter Denkmalschutz stehenden Therme von Peter Zumthor stellen. Also direkt über die kostbare Valserwasser Quelle St. Peter. Doch bereits Testbohrungen für die Fundamente des Turms könnten fatale Folgen für das Quellwasserreservoir haben. Denn dieses steht unter hohem Druck. Zu Recht möchte der Getränkeproduzent Coca-Cola, der das Valserwasser in diverse Flaschen und mit verschiedensten Geschmackszusätzen abfüllt, dass kein Risiko eingangen wird. Remo Stoffel soll sich also unlängst beim Kanton nach einem alternativen Standort umgehört haben. Der Gemeindepräsident von Vals lässt das Regionaljournal des Schweizer Fernsehens wissen, er habe sich bei ihm nach einem Standort unterhalb des Dorfes erkundigt. Einfacher wird es dort für den Valser Visionär wohl kaum werden. Talauswärts werden die Hänge steiler und das Gebiet befindet sich ausserhalb der Bauzone und zudem in der roten Naturgefahrenzone, welche jegliche Bauten strikte verbietet. Wo Remo Stoffel sein 300 Millionen schweren «Zahnstocher» einstechen wird, steht also noch in den Sternen. 

 

> Auch Peter Zumthor, Architekt der Therme Vals, verfolgt mit seinem Musikhotel in den glarner Alpen grosse Visionen.

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