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Vom Werk zum Wort

Der Luzerner Quart Verlag  feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Die über 260 Buchtitel, welche der Verlag bislang herausgegeben hat, geniessen beim Fachpublikum ein grosses Ansehen, denn nicht nur der Inhalt ist dem Verlag sehr wichtig, sondern auch Grafik und Haptik, Typografie und Gestaltung. Das ist in den heutigen Zeiten von unschätzbarem Wert. archithese gratuliert herzlichst zu diesem unschätzbaren Engagement der Verlegerfamilie. 


Text: Christina Horisberger – 26.8.2019
Abbildung: Das Quart Team mit Heinz Wirz (Gründer des Verlag und Verlagsleiter), Antonia Chavez-Wirz, Linus Wirz und Anna Maria Kupper Wirz (Gründerin des Verlags).

 

Zeitgenössische Schweizer Architektur
Herzstück des Verlags ist die Buchreihe De aedibus. Sie dokumentiert und reflektiert zeitgenössische Schweizer Architektur. Weitere Reihen widmen sich dem ausländischen Schaffen, der Nachwuchsarchitektur, sowie Städtebau und der Architekturlehre. Wesentlich geprägt wird das Verlagsprogramm durch gewichtige Monografien renommierter Architekten im In- und Ausland wie etwa Bearth & Deplazes, Gion A. Caminada, Valerio Olgiati, Peter Märkli, Miroslav Šik, Sergison Bates und durch schwergewichtige thematische Ausgaben wie etwa über den Zürcher Wohnungsbau, die Analoge Altneue Architektur des Lehrstuhles Miroslav Šik oder über drei Häuser von Kazuo Shinohara. Von Heinz Wirz und seiner Frau Anna Maria Kupper Wirz gegründet, zählt Quart heute zu den wichtigsten Architekturbuch-Verlagen Europas. «Schon während des Studiums fand ich es spannend, interessante Bauten in Bild und Wort festzuhalten», erinnert sich Heinz Wirz. Später war der Verleger als selbständiger ETH-Architekt einige Jahre bei der Luzerner Architekturgalerie verantwortlich für die Ausstellungskataloge. 1999 schliesslich wurde seine Leidenschaft zum Hauptberuf. «Ziel war und ist es immer noch, gute Architektur zu dokumentieren», so Heinz Wirz. 

15 Bücher jährlich
Der Quart Verlag gibt pro Jahr rund 15 erlesene Bücher heraus, die in der Schweiz und im Ausland – hauptsächlich von Architekten – rege gelesen und gesammelt werden. Der Entscheid, worüber ein Buch gemacht werden soll, liegt bei Heinz Wirz, frei von Modeströmungen und medialen Trends. «Der Fokus richtet sich klar auf die Bauten. Das macht unsere Reihen vielleicht so speziell. Natürlich erfährt man auch einiges über die kreativen Köpfe dahinter. Aber uns interessiert in erster Linie die Einmaligkeit ihrer Gebäude. Unsere Hauptreihe heisst ja auch De aedibus, zu Deutsch: über Häuser».
Grafik und Haptik sind bei Quart genauso wichtig wie der Buchinhalt. «Nicht aus Gold, Leder oder Hochglanzpapier ist der Luxus der Wirz’schen Bücher beschaffen, sondern aus prägnant farbigem Karton und einer zurückhaltend-gediegenen Typografie und Gestaltung – Werte, die auch ihren Inhalt, die Schweizer Architektur, ausmachen», brachte es der Architekturkritiker Axel Simon im Zürcher Tagesanzeiger auf den Punkt. Zum Namen Quart: Quart ist ein traditionelles Format für Hefte und Bücher, das aus der optimalen Ausnützung des alten Papierformats entstand. 

Anerkennungen
2013 erhielt Heinz Wirz für sein verlegerisches Wirken den BSA-Preis (Bund Schweizer Architekten), 2014 wurde dem Verlag der Anerkennungspreis der Stadt Luzern zugesprochen. Weiter machte das Royal Institute of British Architects (RIBA) 2016 Wirz zu seinem Ehrenmitglied. Die Laudatio hielt fest: «Die Gestaltung und Umsetzung jedes einzelnen Buchs ist musterhaft, von Schönheitssinn getragen und von gleichbleibender hoher Qualität. Es sind Bücher, die man mit Freuden sein eigen nennt.» Der Erfolg des facettenreichen Verlagsprogramms basiert auf der engen Zusammenarbeit zwischen dem Gründerehepaar und den gemeinsamen Kindern Antonia (40) und Linus (38). Letztere beide werden den Verlag sukzessive übernehmen. Freie Mitarbeiter und ein kleines Administrationsteam spielen darüber hinaus eine wichtige Rolle.

 

> Stöbern Sie im umfangreichen Programm des Quart Verlages.

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