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Umbau triumphiert.

Das Deutsche Architekturmuseum gab am heutigen 25. Januar 2019 bekannt: Gerkan, Marg und Partner gewinnen den DAM Preis 2019. Für die Jury ist das Projekt die beste Deutsche Gestaltung aus 2018. Der Bau sei ein vorbildliches Beispiel für die Modernisierung eines Baudenkmals, hiess es.

 

Text: Elias Baumgarten – 25.1.2019
Fotos: Christian Gahl

 

Schwieriger Spagat
Während in München derzeit die Querelen um die Generalsanierung des Kulturzentrums Gasteig kein Ende zu nehmen scheinen, haben Gerkan, Marg und Partner mit ihrer Lösung für eine ähnliche Bauaufgabe den DAM Preis 2019 abgeräumt: Das Team überzeugte mit seiner Umgestaltung des Dresdner Kulturpalasts, mit welcher es das Haus fit für die Zukunft machen wollte, die Jury.
Der liebevoll «Kulti» genannte Bau wurde in 1969 nach den Plänen des Kollektivs um Leopold Weil und Wolfgang Hänsch erbaut. 2008 hatte die Dresdner Bürgerschaft den Bau auf die Denkmalschutzliste genommen und die Stadt einen Wettbewerb für dessen Modernisierung ausgelobt. Das in die Jahre gekommene Haus sollte eine Frischzellenkur erhalten, ohne jedoch stark überformt zu werden. Insbesondere die charakteristische Glashülle sollte erhalten bleiben. Das Problem: Gleichzeitig galt es einen neuen Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie im Gebäude unterzubringen, und noch dazu einen Theater mit 250 Plätzen und die Stadtbibliothek.

 

Zurückhaltung und Verwandlung
Die Architekten entschieden sich zu grossen Eingriffen im Inneren und Zurückhaltung aussen: Während die Fassaden nur ausgebessert wurden, räumten sie im Haus tüchtig auf. Die Erschliessungsräume wurden ringförmig um den neuen Konzertsaal gewickelt. Der alte «Mehrzwecksaal» verschwand. Ausgestaltet wurden die Innenräume mit rotem Teppichboden und Handläufen wie Wandvertäfelungen aus Holz. Und auch dort bewiesen die Architekten Flair für Geschichte: Die alte Gipsrasterdecke im Foyer, die zunächst für die Installation neuer Haustechnik beseite geschafft werden musste, wurde sorgsam und unter Verwendung der originalen Matrizen wiederhergestellt. Die grossen Wandmosaike «Unser sozialistisches Leben» und «Der Weg der Roten Fahne» wurden restauriert. 

Die Finalisten
Insgesamt wurden am DAM Preis die 25 besten Deutschen Bauten aus 2018 gekürt. Neben Gerkan, Marg und Partner schafften es dabei drei weitere Gestalter ins Finale des Wettbewerbs: Die Arbeitsgemeinschaft aus Ifau und Heide von Beckerath mit ihrem Wohnbau am ehemaligen Blumengrossmarkt von Berlin, Harris + Kurrle mit der Stadtbibliothek in Rottenburg und Waechter + Waechter mit dem AIZ Ausbildungs- und Seminargebäude in Bonn.

 

Vom 26. Januar 2019 bis zum 22. April 2019 werden die 25 besten Bauten im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt in einer Ausstellung gezeigt.

 

> Den Titel des Einfamilienhauses des Jahres, den das DAM gemeinsam mit dem Callwey Verlag vergibt, sicherte sich 2018 Thomas Kröger mit dem Haus am Deich.

> Mehr Beispiele sensibler Umbauten finden Sie in archithese 2.2017 Neues Feingefühl.

> Lesen sie über das Gerangel um die Gasteig-Sanierung.

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