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Die Zukunft der Architektur-Ausbildungslandschaft gestalten

Am «Symposium für Architekturpädagogik» am 4. März 2016 in Luzern sollen neue Strategien für die Ausbildung geborgen werden.

 

Text: HSLU / Jørg Himmelreich
Poster: HSLU

 

Fit werden für welche Praxis?
Was sollen Absolventen eines Architekturstudiums können? Diese zentrale Frage stellt sich archithese in ihrem Juni Heft. Mit einem ähnlichen Fokus wird auch beim Symposium für Architekturpädagogik, das von der Hochschule Luzern – Technik & Architektur veranstaltet wird, nach zeitgemässen Antworten gesucht. Auch dort geht es um Haltungen, Ideen und Inhalte der Architekturausbildung. Der ganztägige Event versteht sich als Plattform für einen institutionsübergreifenden und breit angelegten Diskurs. Am 4. März wird in Luzern zuerst eine Bestandsaufnahme der aktuellen Curicula vorgenommen. Das Symposium kombiniert dazu verschiedene Gesprächsformate. Die Teilnehmenden werden nach kurzen, kontroversen Inputreferaten in kleinen Gruppen ihre Positionen diskutieren und abschliessend im Plenum zur Diskussion stellen. Im zweiten Teil des Symposiums geht es um Visionen: Wie sollen zukünftig die Curicula innerhalb einer zusammenhängenden Ausbildungslandschaft gestaltet werden?

Im Idealfall – so die Organisatoren Heike Biechteler, Johannes Käferstein und Christian Zimmermann – soll eine Plattform etabliert werden, die auch künftig dem Austausch über Möglichkeiten und Konzepte innerhalb der Architekturausbildung dient. 

 

Fokus Entwurf – für oder gegen den Markt?
Der Entwurf wird nach wie vor als Kernkompetenz der Architekten und damit auch als zentraler Bestandteil der Architekturausbildung betrachtet. Die Vermittlung und das Verständnis vom Entwerfen unterscheidet sich jedoch von Region zu Region, von Schule zu Schule und auch von Lehrenden zu Lehrenden. Was aber macht das Entwerfen heute aus? Was ist das generelle Ziel einer -methodik in Anbetracht der Austauschbarkeit verschiedenster, nebeneinander zur Auswahl stehender Positionen, Strömungen und Mentalitäten? Kann die Architekturausbildung an einer Schule an Relevanz gewinnen, wenn sie ein eigenständiges Profil und eine Haltung vermittelt und eigene Entwurfsprozesse, -konzepte und -methoden entwickelt und sogar bestimmt? Oder im Gegenteil: Sollen die Lerninhalte immer wieder aufs Neue mit dem Markt abgeglichen werden und damit quasi Dienstleistende ausgebildet werden?

 

Anspruch und Realität
Nach der UNESCO Charta für die Ausbildung von Architekten aus dem Jahr 2011 liegen «neben den ästhetischen, technischen und finanziellen Aspekten der beruflichen Verantwortung des Architekten, die Hauptschwerpunkte im sozialen Engagement des Berufsstandes, das heisst in der Bewusstseinsbildung über die Aufgabe und Verantwortung des Architekten in der jeweiligen Gesellschaft sowie in der Verbesserung der Lebensqualität durch nachhaltige Wohnbebauung». 

Ob und wie diese allgemeinen und doch fundamentalen Ziele angegangen werden, hängt stark vom jeweiligen Kontext und den Beteiligten ab. Die Architekturschulen müssen – so die Organisatoren – hierfür eigene Haltungen einnehmen und Leitideen entwickeln, die sie in Bezug zu den Realitäten der Berufspraxis setzen (etwa zur Spezialisierung von Aufgabenbereichen, zur Globalisierung des Baumarktes und zum sich immer wieder wandelnden Bauherrenverständnis). «Die Architekturausbildung muss dieses Spannungsfeld im Curriculum einerseits abbilden, andererseits ständig hinterfragen und aktualisieren, sowie die Grenzen ausloten.

 

Grosser Bahnhof
Die Gästeliste ist lang, prominent und auch einige internationale Stimmen werden zu Wort kommen: Marc Angélil (ETH Zürich), Jonathan Sergison (USI Mendrisio), Jeanette Kuo (Harvard), Peter Staub (Uni Liechtenstein), Oya Atalay Franck (ZHAW), Tony Fretton (London), Ciro Miguel (ETH Zürich), Urs Primas (ZHAW), Wolfgang Rossbauer (HSLU), Dieter Diez (EPF Lausanne), Daniel Boermann (BFH Burgdorf), Christian Zimmermann (HSLU), Urs Hirschberg (TU Graz), Anna Jessen (TU Darmstadt), Muck Petzet (USI Mendrisio), Stefan Mäder (ZHAW), Georg Vrachliotis (KIT Karlsruhe), Luca Deon (HSLU), Myriam Gautschi (FH Konstanz), Alex Lehnerer (ETH Zürich), Harry Gugger (EPF Lausanne), Simon Hartmann (HE-SO Fribourg), Thomas Schregenberger (ZHAW), Lando Rossmaier (HSLU), Piet Eckert (USI Mendrisio), Frank Zierau (ZHAW), Martin Tschanz (ZHAW), Hans Gangoly (TU Graz), Didier Challand (Hepia Genève), Martin Fröhlich (EPF Lausanne), Peter Althaus (HSLU), Urs Meister (Uni Liechtenstein), Nikolai von Rosen (ETH Zürich), Stephanie Cantalou (HE-SO Fribourg), Stefan Kurath (ZHAW), Daniel Studer (ETH Zürich), Hugo Dworzak (Uni Liechtenstein), Susanne Kothe (FH Köln), Ludovica Molo (HSLU), Mathias Heinz (TU Berlin), Eberhard Tröger (ZHDK), Hanspeter Bürgi (BFH Burgdorf), Marco Bakker (EPF Lausanne), Matthias Bräm (Hepia Genève), Bernd Bess (TU Berlin), Men Duri Arquint, Dani Walser (HTW Chur), Marc Loeliger (ZHAW). 

Einen Teil der Moderationen an den Tischen übernehmen Andrea Wiegelmann (Verlagsleiterin archithese), Jørg Himmelreich (Chefredaktor archithese) gemeinsam mit Andreas Ruby (Direktor S AM) und Jörg Stollmann (TU Berlin). Die andere Gruppen werden von Kollegen der Magazine Tec21, Hochparterre und Werk Bauen Wohnen moderiert.

 

Der Anlass ist öffentlich und kostenfrei. Los geht es am 4. März 2016 um 8.30 Uhr in der Hochschule Luzern, Technikumsstrasse 21 in Horw (Trakt IV, Geschoss F, Atelier F 400).

 

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