Aus welchem Land kommen Sie?


Sesam öffne dich.

Jahrzehntelang durften nur ganz wenige Personen das gewaltige Landart-Projekt Roden Crater von James Turrell besichtigen. Das könnte sich nun ändern, denn die Arizona State University verkündete vorgestern: Sie wird Turrell bei der Vollendung des Projekts unterstützen. USD 200 Millionen will man dafür auftreiben. Ziel ist es, nach Ende der Bauarbeiten den Vulkan endlich einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

 

Text: Elias Baumgarten – 16.1.2019
Fotos: Klaus Obermeyer

 

Neuer Schwung
Schon seit vier Dekaden arbeitet James Turrell am Roden Crater, einem ufangreichen Landart-Projekt am und im erloschenen Vulkan im Norden Arizonas. Er wandelt ihn seitdem kontinuierlich in ein grosses Observatorium und lässt dafür Tunnel und Beobachtungsräume – sogenannte Skyspaces – in den Berg graben. Mitverantwortlich für den langsamen Bauprozess ist neben schwierigen geologischen Verhältnissen die grosse nötige Kapitalmenge. Bisher war die Aquisition Aufgabe der Skystone Foundation.
In den letzten Jahren war es seltsam ruhig geworden um das Projekt und so tauchten Fragen auf: Würde es noch zu Lebzeiten Turrells fertiggestellt? Warum wurde nicht für das Publikum geöffnet, wo doch einige Spaces bereits seit Jahren parat sind? Kritiker begannen zu unken, der Roden Crater sei vor allem ein Akquisitionsmodell, um möglichst viele Museen zu überzeugen Skyspaces von James Turrell zu kaufen, wissend, dass damit sein Lebenswerk in der Wüste mitfinanziert würde. 

 

Trommeln für die Vollendung
Eine neue Partnerschaft soll nun wieder Schwung in die Sache bringen: Die Arizona State University wird die Stiftung künftig bei der Finanzierung des Vorhabens unterstützen. Dabei hat sich die Schule die Ziele hoch gesteckt: Man plant mindestens USD 200 Millionen zu akquirieren, so der Präsident der Hochschule Michael Crow. Nach Spendern suchen soll die ASU Foundation, eine Non-Profitorganisation gegründet von der Hochschule. Und schon zeigt sich Erfolg: Kanye West zückte gestern bereits das Checkbuch und spendete USD 10 Millionen.

 

Öffnung in Sicht?
Bisher war der Roden Crater nur einem kleinen Kreis von Personen vorbehalten, die ihn geführt vom Künstler besuchen durften. Mit dem Geld möchte die Universität nicht nur das Kunstwerk vollenden lassen, sondern auch ein Besucherzentrum bauten und die Strassen zum Vulkan auf Vordermann bringen. Denn ihr erklärtes Ziel ist, dass es bald allen möglich sein wird, den Vulkan zu besuchen. Zudem soll der Berg in Zukunft als Lernort dienen, heisst es. Wie genau dieser aussehen wird und inwiefern die Hochschule von ihrem Engagement profitiert, ist unklar. Allerdings: Bis zu einer möglichen Öffnung der Anlage werden wohl erneut viele Jahre verstreichen, dämpften die Universität und die Skystone Foundation bereits die Erwartungen.

 

> archithese besprach in Ausgabe 4.2018 Landart | Erdarchitektur ausführlich den «Mythos Roden Crater».

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