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Offener Kreis

Das Grossprojekt The Circle beim Flughafen Zürich ist mehr eine kleine Stadt als eine Überbauung. Ab dem nächsten Jahrzehnt wird es auf 180 000 Quadratmetern eine moderne Nutzungsvielfalt bieten. Am 11. Oktober fand ein Presserundgang statt.

 

Text: Manuel Pestalozzi – 13.10.2017

 

Das Fundament ist gelegt
Die Erschliessung ist schon gewährleistet: Mit Bus, Auto, Tram, Bahn, Taxi oder Flugzeug lässt sich The Circle bereits jetzt komfortabel erreichen. Seine Lage neben Zürichs Airport ist sein grosser Trumpf. Der Flughafen Zürich und die Swiss Life investieren rund eine Milliarde Franken in das Projekt. 2015 wurde mit den Arbeiten begonnen, 2019 soll der Rohbau bereit stehen. Mittlerweile sei man praktisch «aus dem Dreck raus», sagte beim Presserundgang Claudio Zanella, zuständiger Gesamtprojektleiter Ausführung bei der HRS Real Estate AG, welche in einer offenen Abwicklung für die Realisierung verantwortlich ist. Aushub und Fundierung sind beinahe abgeschlossen, das Projekt kann nun in den Himmel wachsen.

 

Urbaner Charakter
The Circle ist kein geschlossener Kreis, sein Grundriss erinnert eher an einen Halbmond, der sich um die westliche Basis des kleinen Hügels Butzenbüel legt. Architekt des Projektes ist der Japaner Riken Yamamoto. Er habe sich von Zürichs Altstadt inspirieren lassen, heisst es: Hinter der «Mauer», eine nach vorn geneigte, gekrümmte Glasfassade mit gleichbleibender Traufhöhe, erschliessen verwinkelte Gässchen über den durchgehenden Garagen- und Versorgungsniveaus die verschiedenen Teile der Gesamtanlage. Diese löst sich zum Hügel hin in «Pixel» auf und verliert an Höhe. Der Butzenbüel wird als «The Park» Bestandteil von The Circle und nur durch ihn hindurch zugänglich sein. Die Liegenschaften und der teils bewaldete Aussenraum bilden dereinst gemeinsam einen «WLAN Campus». Zürich sei der einzige Flughafen mit seinem eigenen Park, meinte Beat Pahud, der Gesamtprojektleiter Flughafen Zürich AG. Dieses Alleinstellungsmerkmal wird netz- und somit zukunftstauglich gemacht.
Der geplante Nutzungsmix verspricht Abwechslung und neuartige Synergieeffekte. Im westlichen und mittleren Teil sollen sich Hotels und ein grosses Convention Center einquartieren. In den östlichen Teil wird das Universitätsspital Zürich sein Ambulatorium auslagern, ein Arthub soll als Veranstaltungsort für Erbauliches und Unterhaltsames sorgen. An den Gässchen reihen sich «Brands & Dialogue»-Angebote von Marken wie Omega oder Jelmoli. Ausserdem bietet The Circle Büroräumlichkeiten, auch das Headquarter der Bauherrin Flughafen Zürich AG wird einziehen.

 

Nachhaltiges Konzept
The Circle steht auf mehr als 1 000 Pfählen mit Längen von bis zu 50 Metern. Neben ihren statischen Eigenschaften werden sie über Wasserkreisläufe die kleine Stadt mit Wärme und Kälte aus dem Untergrund versorgen. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass rund drei Viertel des Energieaufwandes über das Erdreich gewonnen werden kann. Auf den Dächern des LEED Platinum-zertifizierten Projektes sind Photovoltaik-Module eingeplant. Auch die hohe Dichte leistet einen Beitrag an den höchsten Nachhaltigkeitsstandard des international anerkannten Energielabels.
Die bereits errichteten unteren Geschosse von The Circle legen heute ein eindrückliches Zeugnis ab über die pharaonischen Dimensionen des Projektes. Mit der für seine Grösse ungewohnten Kompaktheit und aufgrund seiner Symbiose mit einem extrem vielschichtigen Verkehrsknotenpunkt verspricht es ein aufregendes architektonisches und städtebauliches Abenteuer zu werden. Noch nicht erahnen lassen sich im aktuellen Zustand die Tageslichtverhältnisse in und um The Circle sowie das Verhältnis des mächtigen Gebäudes zum steil ansteigenden Hügel, der in etwa dieselbe Höhe besitzt.

 

> In archithese 5.2002 Flughäfen / Aéroports lesen Sie einen Bericht über das Dock «Midfield» am Flughafen Zürich.

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