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Öl-Malerei

Der Architekt und Künstler Michael Hirschbichler zeigt ab Donnerstag Arbeiten, die sich mit der Absheron Peninsula in Aserbaidschan auseinandersetzen. Die Halbinsel gilt als Ursprungsort der industriellen Erdölförderung. Hirschbichlers Werke reagieren kritisch auf unsere (noch immer) auf der Verbrennung von Öl basierenden Welt- und Wirtschaftsordnung. Die Ausstellung Brachland-Gesten ist ab dem 20. Juni 2019 in der Galerie Binz39 in Zürich zu sehen. 

 

Redaktion: Leonie Charlotte Wagner – 13.6.2019

 

Öl und Mythos 
Auf der 60 Kilometer langen Halbinsel Absheron im Kaspischen Meer führte man im 19. Jahrhundert die ersten industriellen Ölbohrungen durch. Von hier aus wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Grossteil der weltweiten Erdölproduktion verfrachtet. Doch schon seit Jahrtausenden schiessen dort brennende Ölfontänen aus dem Boden, um die sich zoroastrische Feuerkulte rankten. Bereits in der Antike und im Mittelalter war Absheron daher Gegenstand mythischer Vorstellungen. Auf der Halbinsel hat aber auch ein zentraler «Mythos» der Moderne seinen Ursprung: die mehr als ein halbes Jahrhundert alte, auf Verbrennung von Öl basierte Welt- und Wirtschaftsordnung.

 

Landschaft und Kunst 
Die ausgestellten Kunstwerke befassen sich allesamt mit dem Boden. Sie reflektieren und transformieren auf teils spielerische Weise, was mannigfach in die Landschaft eingeschrieben oder aus ihr hervorgeholt wurde: industrielle und post-industrielle Transformationen, wechselnde politische Systeme und damit verknüpfte territoriale Machtansprüche, alltägliches Leben. Zugleich verweisen sie aber auch auf Mythen und religiöse Vorstellungen, die eng mit der Landschaft und ihren Verwandlungen verbunden sind. Die Arbeiten reagieren darauf mit Techniken der Landschaftsmalerei, der Pleinairmalerei, des Action Paintings und der Landart. Die Landschaft ist dabei zugleich Gegenstand und Materialreservoir. Sie ist Zeuge und Träger von Spuren, Ereignissen und Erzählungen, die in malerische, fotografische, skulpturale, klangliche und performative Gesten verwickelt werden.

  

 
Die Ausstellung Brachland-Gesten wird am Donnerstag, dem 20. Juni 2019 um 18 Uhr in der Galerie BINZ39 am Sihlquai 133 in Zürich eröffnet. Sie kann vom 21. bis 23. Juni jeweils von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung besucht werden. 

 

 

> Ein Werk des Künstlers Michael Hirschbichler ist auch auf dem Cover von archithese 3.2016 Postmoderne – neu gelesen zu sehen.

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