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La Grand Mosaïque

Vom schmutzigen Industriequartier zur durchgrünten urbanen Zonen

 

Text: Elias Baumgarten – 8.2.2016
Visualisierungen: MVRDV

 

Das niederländische Büro MVRDV arbeitet zusammen mit Diagram Architecture seit mittlerweile zwei Jahren an der Umsetzung ihres Masterplans La Grand Mosaïque für die Stadt Caen in der Normandie; der Plan wurde im Mai 2013 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Inzwischen sind auf dem 600 Hektar grossen Areal, das sich zwischen Altstadt und Hafen entlang der Orne zieht, bereits einige Gebäude im Bau und etliche weitere sollen in den nächsten Jahren folgen. Ziel des ehrgeizigen Grossprojektes ist, das Quartier, in dem sich ehemals Schwerindustrie und Hafenanlagen befanden, mit einer gemischten Nutzung aus Wohnen, Arbeiten, Geschäften, Infrastruktur und öffentlichen Freiflächen zu versehen; aus der Industriezone, die unter den Folgen jahrzehntelanger Umweltverschmutzung leidet, soll ein wertvoller urbaner Raum mit hohem Anteil an Grünflächen werden. Damit stellt sich auch in Nordfrankreich die Entwurfsaufgabe, ein Quartier mit architektonischen Mitteln zu transformieren; eine Problemstellung, die derzeit Hochkonjunktur hat – egal ob beispielsweise in Gestalt der Hamburger HafenCity, Überlegungen zur städtebaulichen Potential des Zürcher Gleisfelds oder Herzog & de Meurons Masterplan für das Dreispitz-Areal in Basel.

MVRDV ist durch Experimente wie Climatizer oder Regionmaker für die Idee der Entwicklung von Szenarios bekannt. Es verwundert daher nicht, dass der Erstellung des Masterplans umfangreiche Analysen und die Entwicklung verschiedener Szenarios vorausgegangen sind. Für die Architekten ist der Plan das Ergebnis von intensivem Layering dieser. So sollen landschaftliche Versatzstücke aus der Normandie, unterschiedliche Typologien, Programme und Infrastrukturen ineinander montiert werden. MVRDV nennt diese Methode «the offset».

Um jetzt die lokale Bevölkerung für den Entwurf zu gewinnen, zeigen die Architekten ihren Entwurf noch bis zum 13. März im Rahmen einer Ausstellung in Le Pavillon am alten Hafen von Caen. Während aktuell viel mit partizipativen Prozesse gearbeitet wird, wurden hier von den Architekten also erst Tatsachen geschaffen und dann auf die Bewohner der Umgebung und potentielle Nutzer zugegangen.

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