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Georg Dollmann, Königshaus auf dem Schachen, 1872

Königsschlösser und Fabriken

Die Ausstellung Königsschlösser und Fabriken. Ludwig II. und die Architektur ist ein Beitrag des Architekturmuseums der TUM zum 150-jährigen Jubiläum der Technischen Universität München. Erstmals wird in einer Ausstellung eine grosse Spannweite der Architektur- und Bautätigkeit unter der Ägide des Hochschulgründers Ludwig II. von Bayern (1864–1886) vorgestellt.


Text: Jørg Himmelreich – 12.7.2018
Abbildung: Georg von Dollmann, Königshaus auf dem Schachen, 1872

 

Die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee sind die bekanntesten aus der grossen Gruppe von Neu- und Umbauten, die König Ludwig II. für sich oder die Öffentlichkeit errichten liess. Sie zeugen von einer sehr persönlichen, romantischen und doch zugleich visionären Architekturauffassung. Wer nun aber in der Ausstellung ausschliesslich eine Schau der Bauten des «Märchenkönigs» erwartet, liegt falsch. Denn die Ausstellung widmet sich auch verschiedenen öffentlichen und privaten Neubauten im Königreich Bayern aus dieser Zeit, die von der Industrialisierung, zwei Kriegen und der Gründung des Zweiten Deutschen Kaiserreichs geprägt war. Dazu zählen so prominente Gebäude wie das Münchner Rathaus von Georg von Hauberrisser, die Münchner Akademie der Bildenden Künste von Gottfried von Neureuther und das Bayreuther Festspielhaus von Otto Brückwald. Aber auch weniger bekannte – jedoch architektur- und kulturgeschichtlich bedeutende Bauten – wie die Fabriken des Augsburger Textilviertels, die Synagogen in München und Nürnberg oder die ephemeren Architekturen für die bayerischen Industrieausstellungen, die unter Ludwig II. eine erste Blüte erfuhren, werden in der Ausstellung gezeigt. 

 

Entwürfe und Dokumentationen
Die von Katrin Bäumler kuratierte Ausstellung präsentiert überwiegend originale Zeichnungen, Pläne, Fotografien und Modelle von über 25 nationalen und internationalen Leihgebern, darunter selten gezeigte Objekte, wie Entwürfe zu den Königsschlössern aus den Beständen der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, des Wittelsbacher Ausgleichsfonds und des Geheimen Hausarchivs. Vorgestellt wird zudem eine vielfältige Auswahl aus der Sammlung des Architekturmuseums der TUM, so etwa die Zeichnungen Gottfried Sempers für das von Ludwig II. für München projektierte Richard-Wagner-Festspielhaus. Diese vermachte der Monarch der Architekturfakultät zur Gründung der Polytechnischen Schule und legte damit den Grundstein des heutigen Museums. Die gegenwärtige Präsenz der zahlreich erhaltenen Bauten aus dieser Zeit wird über eine eigens beauftragte Serie von Fotografien von Ulrike Myrzik anschaulich. Die Ausstellungsarchitektur wurde von Studio Weave in London entworfen und greift im Zusammenspiel mit der Ausstellungsgrafik von Hannes Aechter Elemente der von Ludwig II. begeistert rezipierten Weltausstellungen auf, die nach jüngsten Forschungen eine Schlüsselrolle für die Interpretation der Königsschlösser spielen. 

 

Die Ausstellung Königsschlösser und Fabriken ist vom 25. September 2018 bis zum 13. Januar 2019 in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen. 

 

König Ludwig II. grüsst auf dem Cover von archithese 4.2013 Vormoderne. Nachmoderne – 19th Century aus dem Royal Pavilion in Brighton. 

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