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Höhlenartig und plastisch

Das expressive und skulpturale Werk des kanarischen Architekten Fernando Menis ist geprägt von einem fortlaufenden Modellierungsprozess. In diesem verwendet er zumeist plastische Materialien wie Ton, um die Entwürfe immer wieder bearbeiten und anpassen zu können. Das Aedes Architekturforum in Berlin widmet den vielfältigen Typologien nun eine Einzelausstellung. Backstage zeigt Modelle von geplanten wie realisierten Projekten in einer begehbaren Installation.

 

Text: Julian Bruns – 22.11.2018

 

Das architektonische Werk von Fernando Menis umfasst unterschiedliche Typologien – von Wohnungen über Schulen, Kultureinrichtungen und Hotels bis hin zu Sportanlagen und öffentlichen Räumen. Viele seiner Gebäude setzen markante Zeichen in den zumeist eher landschaftlichen Kontext. Massive Baustoffe, wie Beton- oder Steinstrukturen, bilden häufig höhlenartige Innenräume, in denen das durch enge Öffnungen einfallende Tageslicht eine starke Licht- und Schattenwirkung hat. Während der Entwurfsphase arbeite Menis hauptsächlich mit Ton, da die Formfindung für ihn ein fortlaufender Prozess des Hinzufügens und Entfernens sei, der sich an programmatischen Anforderungen, baulicher Rationalität und Kosteneffizienz orientiere, so das Architekturforum. Auch die Wiederverwendung materieller Ressourcen sowie die Einbeziehung der natürlichen, kulturellen und historischen Einflüsse des jeweiligen Ortes in den architektonischen Entwurfsprozess seien charakteristisch. Dementsprechend sensibel würden sich die oftmals expressiven Baukörper in die Umgebung einfügen.

 

Alles in einer Box
In einer eigens geschaffenen 5 x 5 x 5 Meter grossen Installation im Aedes Architekturforum aus verschiedenen Baustoffen und -elementen werden Modelle, Pläne und Materialstudien von geplanten wie bereits realisierten Projekten sowie Forschungsprojekte zu neuen Materialien, Techniken und Systemen gezeigt. Zu den jüngsten Projekten gehören Bürchen Mystik (seit 2013), ein Plan für den wirtschaftlichen Strukturwandel eines im Niedergang befindlichen Dorfes in den Schweizer Alpen, das Kultur- und Kongresszentrum Jordanki in Toruń (2015) mit seiner variablen Raumakustik und Hatching (2014), der Prototyp einer Maschine, die durch die Gewinnung von Wasser aus der Luft Lebensräume in der Wüste ermöglichen soll, ohne dass dabei zusätzliche Energiekosten anfallen. Ebenso gezeigt wird das Veranstaltungszentrum Magma Arte & Congresos in Adeje (2005) sowie das öffentliche Schwimmbad an der Spree Badeschiff (2004), an dessen Gestaltung Fernando Menis mitwirkte.

 

Die Ausstellung Backstage. Menis Arquitectos. Santa Cruz de Tenerife ist vom 8. Dezember 2018 bis zum 17. Januar 2019 im Aedes Architekturforum in Berlin zu sehen.
 

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