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Der typologische Blick

Hilla Becher (1931–2007) hat gemeinsam mit ihrem Lebens- und Arbeitspartner Bernd für mehrere Dekaden die Fotographie geprägt. Die Ausstellung «Der typologische Blick» in Köln ist eine Hommage an die einflussreiche Künstlerin und Lehrerin. Die Fotographische Sammlung / SK Stiftung Kultur hat Max Becher und Andrea Robbins (Sohn und Schwiegertochter von Bernd und Hilla Becher), sowie Künstlerkollegen aus der ehemaligen Studentenschaft der Klasse Becher an der Kunstakademie Düsseldorf eingeladen, einen Beitrag aus ihrem künstlerischen Schaffen zu zeigen. So können vielfältige Einflüsse, sowie technische und inhaltliche Querbezüge entdeckt werden.

 

Text: Jørg Himmelreich – 7.6.2016

Lehrer an der Düsseldorfer Kunstakademie
Zwar hatte Bernd Becher zwischen 1976 und 1996 den offiziellen Lehrauftrag an der Kunstakademie übernommen, doch da das Künstlerpaar immer unter beider Autorenschaft arbeitete, war Hilla Bechers Rat ebenso sehr gefragt. Hilla Becher kam zudem zugute, dass sie eine Fotographenausbildung absolviert hatte und schon 1958, als sie an der Kunstakademie in Düsseldorf wie Bernd Becher in der Klasse für Typographie von Walter Breker studierte, eine Werkstatt für Fotographie eingerichtet hatte und leitete.

 

Inspiration für eine ganze Generation
Der Titel der Ausstellung greift den Begriff des Typologischen auf, weil dieser der theoretische und visuelle Ausgangspunkt für das von den Bechers angelegte fotographische Werk ist, das konzentriert auf das Formenvokabular von Industrie- und Zweckbauten. Ihre Arbeiten zeigen das enorme Potenzial dieser anonymen Skulpturen auf. Es entfaltet sich daraus eine grosse Bandbreite inhaltlicher und formal-ästhetischer Fragestellungen, die von nachfolgenden Generationen weiter bearbeitet und in neuen, eigenen Fotographien und Sequenzen transformiert worden sind. Die dokumentarische Fotographie hat sich durch das Schaffen von Bernd und Hilla Becher emanzipiert und als reiche Quelle künstlerischen Schaffens erwiesen.

 

Ausstellung in Köln
In der aktuellen Ausstellung sind Fotographien von Bernd und Hilla Becher aus dem Bestand der Fotographischen Sammlung zu sehen. Die Schau beginnt am Sonntag, dem 12. Juni um 17 Uhr mit einer feierlichen Eröffnung. 
Zu sehen sind Arbeiten von Max Becher und Andrea Robbins, sowie Boris Becker, Laurenz Berges, Natascha Borowsky, Wendelin Bottländer, Frank Breuer, Susanne Brodhage, Ralf Brueck, Götz Diergarten, Volker Döhne, Chris Durham, Elger Esser, Claudia Fährenkemper, Anna Ferrer, Bernhard Fuchs, Ulrich Gambke, Edith Glischke, Claus Goedicke, Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Manfred Jade, Jörg Paul Janka, Christof Klute, Matthias Koch, Christian Konrad, Yoonjean Lee, Katharina Mayer, Ralph Müller, Thomas Neumann, Simone Nieweg, Tata Ronkholz, Martin Rosswog, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Heiner Schilling, Nina Schmitz, Stefan Schneider, Kris Scholz, Josef Schulz, Sigune Siévi, Christine Sommerfeldt, Daniela Steinfeld, Thomas Struth, Birgitta Thaysen, Petra Wunderlich und Andrea Zeitler.

 

Die Ausstellung ist täglich vom 12. Juni bis 3. Juli 2016 in der Fotographischen Sammlung / SK Stiftung Kultur Im Mediapark 7 in Köln zu sehen. 

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