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Care + Repair Urbanism

Mit Care + Repair lanciert das Architekturzentrum Wien (Az W) einen öffentlichen Arbeitsraum inmitten eines innerstädtischen Entwicklungsgebiets. Gemeinsam mit engagierten Gruppen sollen dort innovative Ideen für eine nachhaltige Zukunft der österreichischen Metropole erprobt werden. Das Projekt, welches im Rahmen der Vienna Biennale bis Ende Juli stattfindet, erforscht demnach den sorgsamen, reparierenden Urbanismus von morgen.

 

Text: Cyrill Schmidiger – 6.7.2017

 

Das Galerieformat des Az W im MuseumsQuartier kann dem programmatischen Anspruch der Institution gar nicht gerecht werden: Ein Diskurs über Stadtentwicklung muss vor Ort geschehen, quasi als Feldarbeit – vor allem, wenn neben wissenschaftlichen Methoden auch künstlerisch-experimentelle herangezogen werden und verschiedene Akteure am Prozess partizipieren. Es scheint daher nur konsequent, dass es die beiden Kuratorinnen Angelika Fitz und Elke Krasny an den ehemaligen Nordbahnhof zog, wo sich durch eine ausgedehnte Brache grosse städtebauliche Chancen ergeben. Dort wurde im Rahmen des interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprojekts Mischung: Nordbahnhof eine Halle zwischengemietet, die nun als Labor für die Suche nach der Form, Funktion und Struktur des zukünftigen Stadtteils dient.

Das Kuratorenduo fragte sechs international agierende Architekturteams an, ob sie Prototypen für das Konzept von Care + Repair entwickeln. a-works – Cristian Stefanescu (Bergen), GABU Heindl Architekten (Wien), Zissis Kotionis+Phoebe Giannisi (Volos), Rotor (Brüssel), Meike Schalk (Stockholm) und Rosario Talevi (Berlin) suchen nun nach kreativen Ideen. Darin involviert sind aber auch lokale Gruppen und Experten wie Schulen und Universitäten, Vereine, Anwohner. Kollektive und nachhaltige Prinzipien bestimmen die Entwurfsarbeit massgeblich, dementsprechend zentral sind Fragen nach nachbarschaftlichen Netzwerken, neuen Formaten von Gemeinschaftsräumen oder dem Umgang mit vorhandenen Materialien.

Im öffentlichen Arbeitsraum des Az W sind Projekte und Visionen der eingeladenen Büros zu sehen, welche die Interaktionen der Care + Repair-Philosophie mit der bestehenden Stadt dokumentieren. Die Ausstellung ist ein work in progress und wird fortlaufend durch neue Erkenntnisse im Arbeitsprozess aktualisiert. Darum herum organisieren die Veranstalter ein facettenreiches Rahmenprogramm; so stand am Anfang der Prototypen-Entwicklung ein internationales Symposium. Begehungen, Gespräche, Workshops, ja sogar ein Care-Chor sollen kreative Lösungsansätze für eine Reparatur der Zukunft fördern. Noch bis Ende Juli bleibt der öffentliche Arbeitsraum des Az W ein einladender Ort mit unterschiedlichen Probenutzungen für einen neuen Stadtteil.

 

Die Ausstellung Care + Repair wird vom 21.6 bis 31.7.2017 gezeigt.

 

> Im Architekturzentrum Wien läuft aktuell auch die Ausstellung Assemble – wie wir bauen. Matthias Garzon-Lapierre berichtete.

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