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Bildkompositionen

Der gebürtige Genfer Camille Graeser (1892 – 1980) gilt als wichtiger Wegbereiter der konstruktiv-konkreten Kunst der Nachkriegszeit. Als Mitglied der «Zürcher Konkreten» zählt er zu den zentralen Sammlungspositionen des Aargauer Kunsthauses. Eine umfangreiche Schau spürt nun Graesers Interesse an Musik und Komposition nach.

 

Text: Kunsthalle Aarau – 1.2.2016

 

Klangmuster
Im Fokus der Ausstellung Camille Graeser und die Musik stehen die zwischen 1947 und 1955 entstandenen Loxodromischen Kompositionen. Die Werkgruppe umfasst rund 70 Gemälde, Zeichnungen und Ideenskizzen. An ihnen zeigt sich Graesers künstlerische Auseinandersetzung mit den Rhythmen und Klangmustern von Musik. Geometrische Formen und Balkenkonstruktionen fügen sich zu dynamischen, rhythmisierten Bildkom positionen. Als Inspiration dienten dem Künstler unter anderem die Kompositionen von Johann Sebastian Bach (1685–1750), Paul Hindemith (1895–1963), wie auch das Konzept der Zwölftonmusik von Arnold Schönberg (1874–1951).

 

Der Klang des Nüchternen
Für seinen virtuosen Umgang mit Farbe, Form und Material schöpft Graeser nicht zuletzt aus seiner medial vielseitigen Erfahrung als Innenarchitekt, Möbeldesigner und Werbegrafiker. Erst 1933 – im Zuge seiner Emigration von Stuttgart nach Zürich – wendet er sich gänzlich der bildenden Kunst zu. Als Vertreter der konkreten Kunst pflegt er eine nüchterne Formensprache, die auf erzählerische Inhalte verzichtet. Anders als seine Weggefährten Max Bill und Richard Paul Lohse, die einen streng theoretischen Ansatz verfolgen, wählt Graeser eine freiere, poetischere Vorgehensweise. Er selbst umschreibt die konkrete Kunst nicht nur mit «Reinheit, Gesetz und Ordnung», sondern ebenso mit «sichtbar gestaltetem malerischem Klang».

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen der Camille Graeser Stiftung, dem Kunstmuseum Stuttgart und dem Aargauer Kunsthaus. Schlüsselwerke aus den Sammlungsbeständen der drei Institutionen treten in Dialog mit hochkarätigen Leihgaben.

Die Ausstellung Camille Graeser und die Musik ist vom 30.1. bis 10.4.2016 im Aargauer Kunsthaus zu sehen.

Zu ihr ist ein Katalog im Wienand Verlag erschienen: Camille Graeser und die Musik, Köln 2015.

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