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Wieder auf Zack

Der Bau von Herzog & de Meurons umstrittenem Tour Triangle wurde am Dienstag genehmigt. Das 42-geschossige und 180 Meter hohe Gebäude spaltete die Pariser Öffentlichkeit in der Frage, in welche Richtung sich das Pariser Stadtbild entwickeln soll. Der Bau eines neuen Hochhauses im Zentrum der Stadt seit fast 50 Jahren deutet einen Sinneswandel bezüglich der bislang bestehenden Höhenbeschränkungen an. 

 

Text: Leonie Charlotte Wagner – 10.5.2019
Visualisierungen: Herzog & de Meuron

 

Langer Prozess
Schon die Dauer des Prozesses macht die Kontroverse deutlich, die Herzog & de Meurons Projekt in Paris ausgelöst hat. Nachdem das Projekt 2008 vorgestellt wurde, erfolgte im November 2014 eine Abstimmung des Stadtrats, in der das Vorhaben abgelehnt wurde. Bewohner des 15. Arrondissements – dem potenziellen Standort des Projekts – befürchteten unter anderem, das Gebäude würde seine Umgebung stark verschatten. Kritik kam unter anderem auch von Grünen-Politikern, die das Projekt unter energetischen Gesichtspunkten bemängelten. Bürgermeisterin Anne Hildago von der Parti Socialiste erklärte die Abstimmung von 2014 jedoch für ungültig, da einige Kommissionsmitglieder ihre Stimme rechtswidrig offengelegt hätten. Folglich wurde nun neu abgestimmt. Diesmal wurde mit 87 zu 74 Stimmen für das Projekt votiert. Der Bau beginnt noch in diesem Jahr und soll zu den Olympischen Spielen 2024 fertiggestellt sein.

 

Ein ambitiöses Projekt
Das privat finanzierte Projekt soll am Porte de Versailles – dem Pariser Ausstellungs-und Messegelände – entstehen und wird 2 200 Quadratmeter Co-Workingspaces, ein Viersternehotel und ein Kulturzentrum enthalten. Städtebaulich soll das Gebäude die historische Achse zwischen der Rue de Vaugirard und der Avenue Ernest Renan stärken. Laut Architekten gäbe es momentan einen Bruch zwischen dem Haussmannschen Gefüge des 15. Arrondissements (Rue de Vaugirard) und der Kommune Issy-les-Moulineaux and Vanves (Avenue Ernest Renan), der durch den Bau des ambitiösen Tour de Triangle aufgehoben werden soll. Herzog & de Meuron wollen in ihrem Entwurf das Pariser Stadtgefüge wiederspiegeln. Eine kohärente, leicht identifizierbare Form würde mit feinen Details gepaart. Aus der Ferne erscheint der gläserne Turm als geschlossenen Grossform, die sich jedoch aus der Nähe betrachtet weiter ausdifferenziert. Die Fassaden der Schmalseiten des trapezoiden Gebäudes springen vielfältig vor und bilden unzählige Erker und Balkone aus, die ihm einen dynamischen Charakter verleihen.

 

Neue Höhen
Auf die Kritik am Vorhaben wird auf dem Web-Auftritt des Projekts detailliert eingegangen. Man kann dort etwa nachlesen, dass das Projekt die umliegenden Gebäude nur minimalst verschattet oder auch, dass es entgegen aller Vorwürfe sehr wohl dem «Plan Climat» der Stadt gerecht wird. Der Tour Triangle wird das dritthöchste Gebäude der Stadt – nach dem 324 Meter hohen Eiffelturm und dem 209 Meter hohen Tour de Montparnasse. Das Projekt wird zweifelsohne zu einem neuen Wahrzeichen für Paris werden.

 

 

> Lesen Sie über den Tunnelbahnhof Châtelet-Les Halles der Architekten Jacques Anziutti und Patrick Berger.

> Die Sammlung von Arbeiten Herzog & de Meurons des Museums of Modern Art in New York wächst weiter.

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