Aus welchem Land kommen Sie?


Angst vor zu viel Regulation?

 

Text: Elias Baumgarten – 26.1.2017
Bild: Bahnhof Wiedikon. Rechts ist die Genossenschaft Kalkbreite von Müller Sigrist Architekten zu sehen. (Foto: Joël Tettamanti)

 

Es mag überraschen, doch in 2016 sanken zum ersten Mal innert 16 Jahren die Mieten in der Schweiz. Fachleute rechnen laut Neuer Zürcher Zeitung damit, dass diese Entwicklung aufgrund des aktuellen Booms im Wohnungsbau anhalten wird. Doch der Mieterverband gleiste trotzdem ein Volksbegehren auf, mit dem Ziel für jede zehnte Wohnung einen gemeinnützige Trägerschaft vorzuschreiben. Derzeit liegt der Anteil bei mageren vier Prozent. Der Bundesrat aber vertraut lieber auf den Markt und das Gewissen der dortigen Player und wies den Vorstoss zurück. Als Alternativszenario soll stattdessen der Fonds für gemeinnützigen Wohnungsbau aufgestockt werden; der Bund bietet mit diesem Geld Trägern vergünstigte Darlehen. Denn der Wohnungsbau sei zuerst von der Privatwirtschaft zu tragen. Es scheint, dass sich der Bundesrat vor zu starken staatlichen Eingriffen scheut, denn er argumentierte die Forderung der Initianten sei weder realistisch noch marktkonform.
Doch gerade deswegen zeigte sich der Mieterverband enttäuscht: Preisgünstige Wohnungen seien essentiell und müssten dem Markt entzogen werden. Eine Erhöhung des Fonds ist für die Initianten daher nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

 

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