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Svizzera 240

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia beauftragt das junge Architektenteam Alessandro Bosshard, Li Tavor und Matthew van der Ploeg mit der Realisierung des Schweizer Pavillons an der Architekturbiennale 2018 in Venedig. Ihr Projekt Svizzera 240 wurde aus 81 Bewerbungen ausgewählt.

 

Text: Jørg Himmelreich – 30.6.2017

 

Im Hinblick auf die 16. Ausgabe der Architekturbiennale in Venedig, welche im Mai 2018 eröffnet wird, hat die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia im letzten Dezember einen Wettbewerb lanciert. Von den 81 eingegangenen Bewerbungen im Rahmen eines zweistufigen Verfahrens fünf Kandidaturen für die zweite Runde ausgewählt. Auf einstimmige Empfehlung der unabhängigen Biennale-Jury Architektur wird Pro Helvetia das junge Architektenteam Alessandro Bosshard, Li Tavor und Matthew van der Ploeg mit ihrem Projekt Svizzera 240 für die Realisierung des Schweizer Pavillons beauftragen.

 

Svizzera 240
«Das ist was wir tun. Das ist was wir Schweizer Architektinnen und Architekten immer und überall tun. Wir zeichnen Wohnungen.» Das sind die Einführungsworte des Projekts Svizzera 240, die Weiterbearbeitung des Projekts 2:1, Gute Wohnung. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Relevanz, Differenziertheit und Intelligenz des Vorschlages und ist überzeugt, dass es auch die Besucher der 16. Architekturbiennale in Venedig begeistern wird.
Die Herangehensweise an typisch schweizerische Aspekte des Themas Wohnungsbau überrascht, amüsiert und regt zum Nachdenken an. Im Zentrum des Projekts steht eine Installation — ein architektonisches Modell nahe am menschlichen Massstab. Es rückt die Wahrnehmung durch den Betrachter ins Zentrum. Bruno Giacomettis Pavillon verwandelt sich in eine Wohnung und wird zu einem «Katalog» von räumlichen Möglichkeiten und inneren Stimmungen des zeitgenössischen Wohnungsbaus. Svizzera 240 besteht aus einer Abfolge von Räumen in unterschiedlichen Massstäben. Der Besucher wird durch sie geführt und beendet den Rundgang bei einer Gesamtansicht des Modells im Innenhof. Sinnliche Wahrnehmung und körperliches Empfinden bilden den Kern des Projekts. Die Inszenierung ist ein augenzwinkernder Verweis auf die Wohnungsbesichtigungen, die nach Abschluss der Bauarbeiten stattfinden. Der Titel des Projekts bezieht sich auf die 240 Zentimeter, welche die gegenwärtigen Baubestimmungen als optimale Höhe für Wohnräume definieren. Sie bilden den Referenzwert der Installation. Svizzera 240 — so kann zusammengefasst werden — soll der das Verhältnis des Menschen zur Gesellschaft und seiner Zeit anhand des zu Wohnzwecken bebauten Raums beleuchten.

 

Ein junges Team mit frischen Ideen
Alessandro Bosshard, Li Tavor und Matthew van der Ploeg arbeiten seit 2015 gemeinsam als wissenschaftliche Mitarbeiter für die Assistenzprofessur Alex Lehnerer an der ETH Zürich. Sie sind massgebend an der Entwicklung und Durchführung von Forschungs- und Ausstellungsprojekten für die Professur beteiligt.

Mit dem Ende Mai 2018 erscheinenden Heft archithese 2.2018 Normen vs. Deregulation greift auch die Redaktion das Thema Wohnungsbau kritisch auf. Stay tuned!

 

 

Alle 81 Projektvorschläge sowie die Juryberichte können eingesehen werden.
Zur Jury gehören Marco Bakker (Bakker & Blanc architectes, Dozent an der ETH Lausanne), Francesco Buzzi (Buzzi studio d’architettura), Irina Davidovici (Autorin und Postdoktorandin an der ETH Zürich), Céline Guibat (mijong architecture design) und Isa Stürm (Isa Stürm Urs Wolf SA).

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