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Sempach räumt den Wakkerpreis ab.

Der Schweizer Heimatschutz würdigt dieses Jahr die Stadt Sempach im Kanton Luzern, lobt den sorgfältigen Umgang mit den historischen Ortskernen der Kleinstadt und hebt die aktive Diskussionskultur über die städtebauliche Weiterentwicklung innerhalb der Gemeinde hervor.

 

Text: Anne-Dorothée Herbort – 17.1.2017
Bild: Altstadt Sempach (Foto: Gaetan Bally © Keystone)

 

Die Stadt Sempach pflegt seit vielen Jahren eine aktive Diskussionskultur über das Bauen und Planen in der Gemeinde, die das Bewusstsein der Bevölkerung für den Wert des gebauten Erbes geschärft hat und wertvolle Lösungen für die Siedlungsentwicklungen hervorgebracht hat. Die intensiven Bemühungen der Behörden, frühzeitig mit Bauwilligen das Gespräch zu suchen, eröffnet neue Möglichkeiten für alle Seiten: Anstatt mit standardisierten Bauvorschriften Schlechtes zu verhindern, fördert die Stadt durch eine aktive und professionelle Beratung massgeschneiderte städtebauliche und architektonische Lösungen, die einen Mehrwert für alle generieren.
Neben Architekturwettbewerben und anderen Planungsverfahren von Privaten und der öffentlichen Hand, fördert die Stadt partizipative Verfahren, die mehrere Grundeigentümer eines Gebietes an einen Tisch bringt, um die gemeinsame Entwicklung ganzer Quartiere voranzutreiben. Darüber hinaus organisieren die Behörden öffentliche Podiumsgespräche, stellen Publikationen zusammen oder betreiben gezielte Medienarbeit.
Durch ein präzises Baureglement, ein ausführliches Inventar schützenswerter Bauten und Ortsbilder bestehe Klarheit, wo die sensiblen und wertvollen Bereiche und Einzelbauten liegen, lobt die Wakker-Jury die Fachkommissionen der Gemeinde. Dank einer guten Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege, aber besonders auch durch vorbildliche Renovationen, habe die Stadt eine Basis geschaffen, um das baukulturelle Erbe zu erhalten.

 

Die offizielle Preisübergabe findet am 24. Juni 2017 im Rahmen einer öffentlichen Feier statt.
 

 

Der Schweizer Heimatschutz vergibt jährlich einer politischen Gemeinde den Wakkerpreis. Das Preisgeld hat mit CHF 20 000 symbolischen Charakter; der Wert der Auszeichnung liegt vielmehr in der öffentlichen Anerkennung vorbildlicher Leistung.
Erstmals ermöglicht wurde der Wakkerpreis 1972 durch ein Vermächtnis des Genfer Geschäftsmannes Henri-Louis Wakker an den Schweizer Heimatschutz. Seither sind weitere Legate eingegangen, dank denen der SHS den Preis bis heute vergeben kann.
Der Preis zeichnet Gemeinden aus, die bezüglich Ortsbild- und Siedlungsentwicklung besondere Leistungen vorzeigen können. Hierzu gehören insbesondere das Fördern gestalterischer Qualität bei Neubauten, ein respektvoller Umgang mit der historischen Bausubstanz sowie eine vorbildliche Ortsplanung, die Rücksicht auf die Anliegen der Umwelt nimmt. Nach Sursee (2003) geht der Wakkerpreis zum zweiten Mal an eine Gemeinde des Kantons Luzern.
 

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