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Schützenhilfe für das S AM

Nachdem das Bundesamt für Kultur (BAK) die Subventionen für das S AM in Basel gestrichen hat, werden nun prominente Stimmen laut: Pierre de Meuron kritisiert in der bz Basel die Politik und fordert den Kanton auf, das Architekturmuseum zu retten.

 

Text: Cyrill Schmidiger – 24.7.2017

 

Wichtig für den Architekturdiskurs
«Es braucht nun ein Engagement der Öffentlichkeit und einen neuen Effort der Basler Politik, das Commitment des Kantons», sagt de Meuron. Bisher erhielt das S AM von Basel-Stadt CHF 80 000 pro Jahr, aus Bern kamen rund CHF 300 000. Ohne Bundesgelder ist das Museum aber existenziell bedroht. De Meuron ist deshalb alarmiert: Er sieht im S AM eine wichtige Plattform, wo zentrale Fragen betreffend Urbanität, Städtebau, Landschaft oder Territorium diskutiert werden. Architektur sei gesellschaftsrelevant und betreffe alle. Das Museum müsse in seiner Qualität erhalten bleiben.

 

Bern wollte mehr Geld von Basel
Dass de Meuron die kantonale Politik nun harsch kritisiert, liegt an deren fehlendem Engagement: Der Bund habe von Anfang an kommuniziert, dass er nur noch zahle, wenn sich Basel mit mindestens CHF 250 000 am S AM beteilige. Dass der Kanton aber seinen Beitrag nicht erhöhte, ist für den Architekten unverständlich. Auch Samuel Schultze, Stiftungsratspräsident des Architekturmuseums und CEO beim Architekturbüro Burckhardt + Partner, fordert die Politik dazu auf, den Entscheid zu überdenken. Ideelle Wertschätzung für das Museum müsse sich in einer finanziellen Erhöhung der Subventionen niederschlagen, CHF 80 000 seien ohnehin sehr wenig, meint Schultze. Ansonsten drohe das Aus: «Ein inhaltliches Museum ‹light› durchzuschleppen, ist nicht sinnvoll.»

 

Neuer Kulturvertrag zwischen beider Basel
Mit diesen Forderungen stossen sie in der Politik auf wenig Gehör. Der Kanton Basel-Landschaft will mit dem neuen Kulturvertrag rund fünf Millionen Franken einsparen. In die Bresche springen muss hier ebenfalls Basel-Stadt. Die SVP hat sich aber bereits dagegen ausgesprochen und auch auf linker Seite finden sich momentan keine Mehrheiten. So fehlt nun vom S AM-Gesamtbudget rund ein Viertel. Die fehlende Summe über Drittpersonen reinzuholen, hält Schultze für schwierig. «Es gibt viele Stiftungen in Basel. Sie befassen sich mit bildender Kunst und Sozialem, aber Architektur gehört leider kaum zu deren unterstützungswürdigen Themen.» Aufgeben mögen de Meuron und Schultze dennoch nicht. «Wir werden uns weiter mit aller Kraft für das Museum einsetzen.»

 

> Cyrill Schmidiger hat die aktuelle Ausstellung im S AM in Land aus Land. Swiss Architects Abroad besucht.

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