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Pritzker Prize für Alejandro Aravena

Die Jury will jungen Architekten Vorbilder bieten

 

Text: Elias Baumgarten – 14.1.2016
Film: The Hyatt Foundation

 

Der chilenischen Architekten Alejandro Aravena wird besonders für seinen partizipativen sozialen Wohnbau wertgeschätzt. Ihn mit dem Prizer Prize 2016 auszuzeichnen ist eine weitsichtige Entscheidung: Die Jury möchte mit ihm jungen Architekten, die den Anspruch haben, (soziale) Veränderungen anzustossen, ein Vorbild anbieten. Sie sieht in Aravena einen Gestalter, der seiner sozialer Verantwortung gerecht wird, ohne darüber wirtschaftliche Notwendigkeiten und künstlerische Ambition zu vergessen: Schon seine Projekte wie die Mathematics School und die Medical School auf dem Campus der Universidad Católica de Chile (1998 und 2001) würden sein grosses Verständnis für die Bedürfnisse der Nutzer, seinen verantwortungsvollen Umgang mit Material und sein Ziel qualitätvolle öffentliche Räume zu schaffen zeigen. Vor allem aber sein Engagement mit dem 2001 gegründeten Büro Elemental dürfte die Jury zu ihrer Entscheidung bewogen haben: Wie der Name bereits verrät, hat sich das Büro dem sozialen Wohnbau verschrieben und als «Do Tank» bis heute mehr als 2 500 Wohneinheiten gebaut. Zur Strategie von Elemental gehört es, mit Bewohnern, regionalen Eliten, Politik, Forschern und Investoren gleichermassen in Kontakt zu kommen und Lösungen zu entwickeln. Laut Jury zeigt die Arbeit des Büros auf, wie wichtig die Beteiligung der Nutzer an architektonischen Projekten ist und wie durch partizipative Prozesse neue Chancen für soziale Randgruppen entstehen.

Und hier wird die strategische Absicht der Jury deutlich: Alejandro Aravena verkörpert für sie ein neues Architektenbild, den Universalitsen, der kollektive Lösungen für die gebaute Umwelt sucht. Die Entscheidung für den Chilenen, der mit «Reporting from the Front» auch die kommende Architekturbiennale in Venedig organisiert, verdeutlicht einen Trend in der Architekturszene, in der partizipative Projekte gerade hoch im Kurs sind. Die Verleihung des Turner Prize an das Architekten- und Designerkollektiv Assemble weist beispielsweise in die gleiche Richtung.

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