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Auch ein Pfusch-Opfer: Das Kanzleramt in Berlin

Pfusch am Bau

Wenn es stark regnet in Berlin, dann muss im Bundeskanzleramt das Wasser aus der Tiefgarage gepumpt werden, bevor die edlen Karossen zu Schaden kommen. Und überhaupt, es feuchtelt Gebäude, denn durch das schadhafte Dach dringt Wasser in die Frau Merkels Amtssitz. Joachim Güntner geht in seiner Glosse «Hier pfuscht man gern» für die NZZ augenzwinkernd der Frage nach, wieso Pfusch am Bau so verbreitet ist.

 

Text: Elias Baumgarten – 18.10.2016
Foto: Tischbeinahe

Explodierende Handyakkus, fehlerhafte Airbags, lose Bauteile – Pfusch ist in der Industrie keine Seltenheit, Skandale und Rückrufaktionen kommen mit verlässlicher Regelmässigkeit vor. Doch Pfusch am Bau wird laut NZZ-Autor Joachim Güntner besonders oft beklagt. So beschwert sich mancher Privatier über falsch gesetzte Steckdosen oder gar Schimmel im Eigenheim, während auch die Mächtigen dieser Welt nicht von Baufehlern verschont bleiben. So muss die deutsche Bundeskanzlerin in einem modrigen Amtssitz arbeiten, weil die Lüftungsanlage seit langem sanierungsbedürftig ist. Niemand scheint vor Pfusch am Bau sicher. Aber wieso eigentlich? Dieser Frage geht Joachim Güntner in seiner herzhaften Glosse nach.

Baumängel, so schreibt er, seien deshalb so tückisch, weil sie als tickende «Zeitbomben» oft erst Jahre nach dem Verstreichen jeder Gewährleistungsfrist auf den Plan treten. Ein Schelm, wer vermute, eben deshalb sei Pfusch am Bau so weit verbreitet. In Berlin, so der Autor weiter, habe Frau Merkel indes schon 2008 und 2010 wegen Mängeln ihren angestammten Arbeitsplatz verlassen müssen. Die Kosten für deren Behebung trugen allerdings nicht die Verantwortlichen, sondern der Bund. Alles längst verjährt.

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