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Ode an das Kaolin

Werbung ist meist bunt und laut. Doch Marketing kann auch sinnlich sein – das beweist Keramik Laufen. Der Jubiläumsfilm zum 125-jährigen Bestehen des Unternehmens spielt mit seinem Titel an Ludwig van Beethovens neunte Sinfonie an. Die Kooperation von Regisseur  Marc Comes und Artdirector Beda Achermann  inszeniert gefühlvoll die Poesie des Materials.

 

Text: Cyrill Schmidiger – 15.8.2017

 

Friedrich Schillers Gedicht, das Beethoven in einer seiner letzten Kompositionen vertonte, ist voller Pathos. Es beschreibt das klassische Ideal einer gleichberechtigten Gesellschaft (von Männern) und malt ein Bild von der immensen Kraft der Natur. Das Kurzvideo von Keramik Laufen verbindet Mensch und Natur über das Motiv des Gestaltens und ist eine Hommage an das Handwerk. Sorgsam komponierte Sequenzen erzählen von der Schönheit der Porzellanerde – die lose Masse formt sich zum noblen Objekt, der grobe Stoff wird zur glatt glänzenden Skulptur. Die mit der Kamera eingefangene poetische Stimmung wirkt inszeniert und ungewohnte Perspektiven wie auch reizvolle Zoom-ins regen die Fantasie an. Doch wer einmal die Werke von Laufen besichtigen durfte, der weiss, dass die Produktion tatsächlich von dieser feierlichen Stimmung erfüllt ist.
Hand und Maschine konkurrieren nicht, sondern harmonieren. Durch den Fokus auf den Menschen erhält das einzelne Produkt eine dezidiert individuelle Note. Eine treffende Übersetzung für den Anspruch von Keramik Laufen, neben günstigen Linien mit hohen Stückzahlen auch individuellere Designs in kleineren Serien anzubieten. Mit «Ode an das Kaolin» ist Comes und Achermann ein Marketingfilm gelungen, der eher Kunst- oder Erotikfilm ist. Wenn Werbung so sinnlich ist, dann möchten wir mehr davon!

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