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Make New History

Seit Jahren poppen rund um den Globus Biennalen auf. Gleich mehrere von ihnen rücken Städtebau und Architektur in den Fokus. Das ist grundsätzlich erfreulich, doch fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Für potenzielle Besucher stellt sich die Frage: Welche der Schauen ist relevant?
Auch in Chicago findet ab morgen, dem 16. September 2017 zum zweiten Mal eine Architekturbiennale statt. Unter dem Motto Make New History haben die künstlerischen Direktoren Sharon Johnston und Mark Lee 140 Ausstellende versammelt. 
Mit dabei sind zahlreiche Teams aus der Schweiz. Die gute Auswahl der Beitragenden und die Qualität der Arbeiten machte beim Preview heute schnell klar: hierhin lohnt eine Reise.
archithese gibt mit einer ersten Galerie Einblicke und präsentiert in den kommenden Wochen einige der Protagonisten und ihre Exponate. 

 

 

Text: Jørg Himmelreich & Cyrill Schmidiger – 15.9.2017
Fotos © Chicago Architecture Biennial

 

Make New History klingt nach einem amerikanischen Thema. Dass das Land mit seiner kurzen neo-europäischen Geschichte unter einem gruppenpsychologischen Traditionsdefizit leidet, ist Klischee und Allgemeinplatz zugleich. Die künstlerischen Leiter Mark Lee und Sharon Johnston greifen damit aber wohl eher andere, aktuelle Diskursstränge auf, die beispielsweise in Venedig thematisiert wurden. Sofort kommt «die Gegenwart der Vergangenheit» in den Sinn – das Motto unter dem die Schau in der Lagune im Jahr 2012 stand. In Chicago soll aufgezeigt werden, auf welch vielfältige Weise die Vergangenheit das Schaffen neuer Formen in der Architektur beeinflusst. 

Das Chicago Cultural Center bildet das Herzstück der Biennale. Johnston und Lee haben es mit einer Serie räumlicher Überraschungen ausgestattet: Arkaden, Salons, Labyrinthen, schiefen Ebenen und Lounges laden zum Entdecken ein. Auch in sechs weiteren Museen werden von der Biennale verschiedenste Räume bespielt, darunter das National Museum of Mexican Art und das DuSable Museum of African American History. 

Mit an Bord sind 13 Teams aus der Schweiz: Angela Deuber, Caruso St. John (mit Thomas Demand und Hélène Binet), Christ und Gantenbein, HHF Architects, Karamuk Kuo, Lütjens Padmanabhan, Made in, Marianne Mueller, Pascal Flammer, Philipp Schaerer, Sauter von Moos, Christian Kerez und Sergison Bates. Auch 6A Architects – die unter anderem von ETH-Professor Tom Emerson geleitet werden – stellen einen Beitrag aus. 

Ein Highlight ist die Neuinterpretation des legendären Wettbewerbs für den Chicago Tribune Tower. 1922 schrieb die gleichnamige Zeitung, dass sie den Bau einer neuen Firmenzentrale plane. Gesucht wurde nicht weniger als «the most beautiful and eye-catching building in the world». Viele wichtige Architekten der Zeit nahmen Teil – unter ihnen Walter Gropius, Eliel Saarinen und Adolf Loos. Realisiert wurde schliesslich der neugotische Entwurf von Raymond Hood und John Mead Howell. Nun forderten die beiden Kuratoren 16 internationale Architekten auf, den Wolkenkratzer neu zu interpretieren. Dieser Aufgabe nahmen sich die meisten Teams mit einer grossen Portion Humor an. Die Modelle – darunter auch Arbeiten von OFFICE Kersten Geers David Van Severen, Monadnock und Christ & Gantenbein – sind im Chicago Cultural Center zu sehen. Sergison Bates haben dazu ein aktuelles Projekt aus dem Büro für West-London adaptiert und Christ & Gantenbein haben mit Garagen hochgestapelt. 

 

Parallel zur Hauptausstellung wird ein breites Rahmenprogramm geboten und es findet ein fortlaufendes Experiment zur zeitgenössischen Architekturfotografie statt.

archithese wird in den kommenden Wochen die Exponate ausgesuchter Teams im Blog präsentieren. Stay tuned!

 

Die Architekturbiennale von Chicago öffnet am Samstag, dem 16. September 2017 Ihre Tore und ist bis zum 7. Januar 2018 zu sehen. 

 

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