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Kulissenstillleben

Für sein Projekt The Potemkin Village machte sich Gregor Sailer weltweit auf die Suche nach Kulissenstädten. Seine faszinierend-verstörenden Fotos sind bis zum 17. November 2018 in der Kehrer Galerie in Berlin zu sehen. 

 

Text: Jørg Himmelreich – 11.10.2018
Fotos: Gregor Sailer

 

Für seine Werkgruppe The Potemkin Village machte sich der österreichische Künstler Gregor Sailer 2015 bis 2017 weltweit auf die Suche nach Kulissenstädten. Der Begriff bezieht sich auf eine Legende: Feldmarschall Grigori Alexandrowitsch Potjomkin habe Zarin Katharina der Grossen die neu eroberte Halbinsel Krim während einer Schlittenfahrt eindrücklicher erscheinen lassen wollen als sie es war. Dazu ordnete er an, entlang des Weges Kulissendörfer aufzustellen.

 

Potemkin heute
In Russland fand Sailer gleich zwei moderne Potemkinsche Dörfer: Ruinöse Häuser wurden hinter Planen mit aufgedruckten repräsentativen Fassaden verborgen. Doch der Werkkomplex zeigt auch Kulissanarchitekturen, wie verschiedenste militärische Trainingszentren in den USA, Frankreich, England und Deutschland, detailgetreue Repliken europäischer Städte in China sowie zwei Fahrzeugteststrecken in Schweden. Die unwirklich erscheinenden Bildern zielen mit diffusem Licht und der Absenz von Menschen ganz bewusst darauf ab, beim Betrachter ein Gefühl der Beklemmung hervorzurufen. Mit seiner Arbeit möchte Gregor Sailer die «sozialen, wirtschaftlichen und politischen Interessen sichtbar machen, die diesen Bauvorhaben zugrunde liegen». 

 

 

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