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Edward Hopper, Office in a Small City, 1953

Qualität in der Dystopie

COVID-19 verändert unseren Alltag – sowohl als Folge von einschränkenden Gesetzen und Verboten als auch aus eigenen Vorsichtsmassnahmen. Gezwungen die meiste Zeit zu Hause zu sein, stossen wir an die Grenzen unserer Wohninfrastruktur. Denn sie muss nun für viele Tätigkeiten und Bedürfnisse Raum bieten, die bisher an anderen Orten stattfinden konnten. Der Wiener Kulturverein Kopfhoch hat daher den Ideenwettbewerb Isolation Bewohnen lanciert. Konzipieren werden soll ein Wohnbau in der Wiener Innenstadt, der den Anforderungen eines Lebens, welches strikt an die eigenen vier Wände gebunden ist, gerecht werden können.

 

Text: Lee Wolf – 16.4.2020

 

Schöner Vollzeit Wohnen
Die Lebensrealität der meisten Menschen hat sich in den letzten Wochen radikal verändert. Die weltweite COVID-19 Pandemie schränkt das physisch-soziale Leben drastisch ein und verkleinert den persönlichen Bewegungsradius in vielen Fällen auf die nun sprichwörtlichen eigenen vier Wände. Diese einschneidende Veränderung trifft uns Menschen unvorbereitet und führt zu Spannungen in unserem Wohnraum. Denn dieser ist in den meisten Fällen nicht darauf ausgelegt, erweiterten Anforderungen anzunehmen und neuen Tätigkeiten Raum zu geben. Ziel des Wettbewerbs ist es Normen im Wohnungsbau in Frage zu stellen und so umzudenken, dass er den Ausnahmezustand zur neuen Normalität werden lassen können. Wie kann die neue dystopische Realität durch qualitative Architektur aushaltbar, oder auf lange Zeit sogar lebenswert werden?

 

Wohnungsbau neu denken
Der Status quo im Wohnungsbau soll kritisch hinterfragt werden. Das bietet zugleich die Chance, Wohnen auch für kommende Generationen neu zu denken und zu erweitern. Utopische Entwürfe und radikal-alternative Konzepte zu unseren  Wohngewohnheiten im Allgemeinen sollen in diesem Wettbewerb ihren Platz finden.
Der Kulturverein Kopfhoch mit Sitz in Wien widmet sich vorrangig dem Thema Stadt und ihrem differenzierten Wesen. Generelle Kategorisierungen werden dabei jedoch weniger stark gewichtet als kreative Innovation. Dies gilt auch für den Wettbewerb Isolation Bewohnen: Kopfhoch ruft dazu auf, dem «Grad der Abstraktion der Unterlagen keine Grenzen zu setzen». Melden Sie sich unter wettbewerb@atelierkopfhoch.com an und reichen Sie Ihre Projekte bis zum 25. Mai 2020 ein. Auf die besten drei Beiträge wird ein Preisgeld von 600 Euro aufgeteilt.

 
 

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