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Halves and Wholes

Die Kunsthalle Basel zeigt neue Arbeiten von Erin Shirreff. Zu sehen sind darauf unter anderem die wenig bekannten architektonischen Arbeiten von Donald Judd.

 

 

Text: Claudio Vogt – 8.9.2016

 

Auf den Spuren von Donald Judd
Die Kunsthalle Basel zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung Halves and Wholes neue Arbeiten von Erin Shirreff. Im Film Concrete Buildings (2013–16) beschäftigt sich Shirreff essayistisch mit den architektonischen Arbeiten Donald Judd. Der Minimal Art-Künstlers war vor allem als Maler und später als Bildhauer tätig, aber ebenso als Kunstkritiker und Architekt. In Basel ist er mit wichtigen Arbeiten im Kunstmuseum vertreten, wo 2004 die erste Retrospektive nach seinem Tod gezeigt wurde. Ebenfalls hat er an der Fassade des Peter Merian-Haus am Bahnhof mitgewirkt.
Besonders bekannt sind seine Aktivitäten in Marfa / Texas, wo er 1987 die Chinati Foundation gründete. Shirreff war eine Stipendiatin der dortigen Künstlerresidenz und nutzte diese Zeit, um die Gebäude von Judd filmisch wie fotografisch zu porträtieren, wobei ihr Augenmerk auf die Concrete Buildings (1987) von Judd gerichtet waren. Zehn Gebäude dieser Art waren zur Dauerpräsentation von Kunstwerken geplant. Allerdings wurden auf Grund von Konstruktionsfehlern nur zwei gebaut, die ungenutzt und mittlerweile halb verfallen auf dem Gelände stehen. Shirreff umkreist sie mit ihrer Kamera und lässt die Betrachter am Verlauf der Zeit – von Tag zu Nacht – und der umgebenden Natur teilhaben.

 

Sensibilität für die Zeit
In einem weiteren Raum der Ausstellung werden neun Fotografien gezeigt, die wie intime Untersuchungen von minimalen Körpern und porösen Oberflächen erscheinen, umspielt von Licht und Schatten. Während ich die Zeit in den Filmen noch entfaltet, ist sie in den Fotografien eingefroren. Zudem wird ein weiterer Film mit dem Titel Sculpture Park (Tony Smith, Amaryllis, 2006/2013) vorgestellt. Er zeigt wie Schnee auf die im Aussenraum stehende Skulptur Amarylilis (1965) von Tony Smith, eines der Hauptwerke der Minimal Art, fällt. Dabei thematisiert Shirreff erneut den Lauf der Zeit, aber auch die ruhige, beständige Anwesenheit dieser Skulptur als Körper im öffentlichen Raum.
Als junge Künstlerin entwickelt sie, mittels ihrer künstlerischen Formensprache, die mit Licht und Schatten als auch mit minimalistischen Formen arbeitet, sensible Studien zu Zeit und Raum und macht damit Stillstand als auch Vergänglichkeit visuell erfahrbar. Weiter betrachtet Sie die gesellschaftlichen Utopien einer Generation von Künstlern der Nachkriegszeit genauer. Welche Relevanz haben diese in einer Gegenwart, die einen immer schnelleren Umgang mit dem Bild, dem Abbild und deren Repräsentanzen pflegt? Und all das führt sie zurück auf eine flache Bildebene – dem Projektionsbild der Filme und der Fotos.

 

Die Ausstellung ist vom 2. September bis 6. November 2016 in der Kunsthalle Basel, Steinenberg 7 zu sehen – 
Di/Mi/Fr von 11–18 Uhr; Do 11–20.30 Uhr und Sa/So 11–17 Uhr.

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