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Hochgestemmt

Mit ihrem Entwurf haben Rykart Architekten den Wettbewerb für eine Schulerweiterung in Steffisburg, nahe Thun gewonnen. Der Beitrag konnte die Jury überzeugen, weil er die bestehenden Strukturen «weiterstrickt». Pragmatisch haben die Architekten die verschiedenen Nutzungen übereinandergeschichtet. Die Schulanlage soll zu einem zentralen Ort in der Gemeinde werden und Schule, Sport und Kultur vereinen.

 

Text: Martin Kohlberger – 16. November 2020
Pläne und Visualisierungen: Rykart Architekten

 

Eingewoben
Angrenzend an das Schulareal Schönau in Steffisburg, einem Vorort von Thun, soll ein Kultur- und Sportzentrum mit Freianlagen entstehen und mit ihm eine bestehende Schulanlage aus Primarschule und Oberstufe erweitert werden. Die bereits existierenden fünf Volumen, sind frei jedoch im rechten Winkel zueinander auf dem Grundstück angeordnet. Der Neubau ergänzt die Anlage als sechstes Volumen. Den offenen Wettbewerb gewann unter fünf Einreichungen das Architekturbüro Rykart. Das Mitglied des FSAI’ ist mittlerweile routiniert im Schulanlagenbau. Vor einem Jahr stellten sie das Schulzentrum im Berner Vorort Münchenbuchsee fertig.
Besonders hervorgehoben wird im Jurybericht die «Weiterstrickung» des Grundmusters des Bestands im Westen und dass sich der Neubau an den bestehenden Gebäudehöhen und Proportionen orientiert. Ebenso unterstreicht der Bericht den gekonnten Einsatz von Materialien, der die Fassade des Baus in ihrer klaren Geometrie akzentuiert. Die Architekten spielen vor allem mit dem Einsatz von Holz und anderen warmtonigen Materialien. V-förmige Stützen im Inneren des Gebäudes tragen mächtige Holzunterzüge. Die Fassade mit den strikten Linien der Fensterpfosten wirkt ebenfalls pragmatisch robust doch zugleich auch feierlich leicht. Das Schulareal soll zukünftig – nach einem Masterplan der Gemeinde – weiter ausgebaut und langfristig zum Oberstufenzentrum werden. Der Grünraum, die Aussenanlagen und ein Aufbau auf einen bestehenden Trakt der Schulanlage wurden im Wettbewerbsbeitrag ebenfalls bereits mitgedacht.

 

Die Sporthalle als Zentrum
Rykart Architekten werden die Nutzungen im Gebäudes übereinanderschichten. Das Erdgeschoss ist offen gestaltet und beinhaltet Garderoben und Duschen für die Nutzenden der Halle und der Aussen-Sportanlagen, aber auch einen Seminarraum und einen Mehrzwecksaal. Das gesamte Obergeschoss nimmt die Sporthalle ein. Damit verkürzen die Architekten die Fusswege, reduzieren die Gebäudehülle und sorgen für eine relativ kleine Grundfläche. Die Sporthalle wird über eine Zuschauergalerie, verschiedene Spielfelder und einen Geräteraum verfügen. Ähnlich wie das Erdgeschoss, für das eine spezielle, durchlässige Raumstruktur entworfen wurde, lässt sie sich flexibel nutzen. So gehen die Architekten auf die verschiedenen Anforderungen von Schulbetrieb, öffentlichen Anlässen und Sportveranstaltungen ein – eine Art der Mehrfachnutzung, die der Gemeinde zugutekommt.

 

> Die Ausbildung verändert sich und mit ihr die Architekturschulen – im Heft 2.2016 Bildungslandschaften beleuchtet archithese neue Entwicklungen.

> Im Jahr 2014 gewannen Rykart Architekten den Wettbewerb für die Erweiterung des Pädagogischen Zentrums Münchenbuchsee. archithese hat die fsai-Mitglieder interviewt.

> Im Frühjahr 2020 gewannen Rykart Architekten einen Ideen-Wettbewerb für eine neue Siedlung auf dem Bostudenzelg in Thun.

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