Aus welchem Land kommen Sie?


Erfolgsgeheimnisse?

An inspirierenden Ideen mangelt es der jungen europäischen Architekturszene nicht. Der Weg eines aufstrebenden Architekten bis zur Realisierung des ersten Bauprojekts ist jedoch durch immer grössere Herausforderungen und gesetzliche Hürden gezeichnet – nur mit Ausdauer und Leidenschaft für die Profession können diese gemeistert werden. Die zwölfte Ausgabe der Jung Architekturgespräche stand unter dem Motto «Positionen» und präsentierte am 6. April 2017 an der Freien Akademie der Künste in Hamburg fünf internationale Büros, die es geschafft haben, sich allen Widerständen zum Trotz, zu behaupten und wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

 

Text: Nicole Heptner

 

Bauen aber wie?
Markus Bonauer positionierte die Projekte seines Büros 2D+ aus Berlin in einer Matrix von unbuild zu build und XS bis XL und demonstrierte anhand seines Projektportfolios die drei Wege der Akquise: Vom kleinen Direktauftrag des Haus Wandlitz, über eine selbstinitiierte Machbarkeitsstudie zum Sanierungskonzept Platte + in Berlin bis hin zum gewonnenen Wettbewerb des Besucherzentrums Berliner Bundestag.

 

Form follows money?
Türkan Dagli untermauerte ihr Architekturverständnis durch philosophische Thesen und manifestierte diese an den Projekten ihres Büros dagli+ atelier d’architecture. Für den Klinikbau belle epoche etwa wurden verschiedene Zeitalter analysiert und zeitgenössisch interpretiert. Der Luxemburgische Pavillon für die Expo 2020 in Dubai möchte die lokale Zeltarchitektur auf Augenhöhe mit europäischen Stadtsilhouetten stellen und das Headoffice der Akbank in Amsterdam spiegelt die Fusion von Corporate Identity und Design wider.

 

Geschichtete Geschichte!
Die Geschichte von nbundm* begann ganz klassisch mit dem Garagenneubau von Chris Neuburgers Grossvater. Die Haltung des Büros ist geprägt von Zurückhaltung. Das Team versucht einen zeitgemässen, kraftvollen und zugleich sensiblen Umagng mit dem Bestand. So wurde Vorgefundenes auf dem Gelände des neuen Kulturzentrums Ingolstadt konsequent in seiner Materialität weiterentwickelt und neu interpretiert. Ein Direktauftrag entwickelte sich aus dem Wunsch einer kleinen arabisch islamischen Gemeinde im Hinterhof einer Autowerkstatt eine Moschee zu errichten.

 

Beginnt alles mit einer leeren Seite?
Christian Olaf Schmidt vom Büro spa. demonstrierte den Schaffensprozess eines Architekten an den Illustationen Sunday Sketching von Christoph Niemann. Auf der Suche nach der Identität des Ortes sei die Seite nie leer, sondern an jedem Ort sei etwas vorzufinden das als Inspirationsquelle diene, betonte der Architekt. Die Story des Verwaltungsgebäudes the brick 42b begann beispielsweise mit einem kleinen Relikt einer Ziegelmauer auf einem leeren Baugrundstück in Frankfurt am Main.

 

Architektur darf Spass machen!
Mit dem Magazin Camenzind zeigten BHSF Architekten, wie Architektur und Kommunikation voneinander profitieren können. Kurz nach ihrer Bürogründung initiierten sie das Werkstattgespräch in ihren Büroräumlichkeiten und tauschen sich seitdem in regelmässigen Abständen mit der Züricher Architekturszene aus. Das Büro empfindet jede Bauaufgabe unabhängig der Grösse als bereichernd: So gehören eine Sauna auf Rädern bis hin zum Rahmen- und Entwicklungsplan für eine Müllverbrennungsanlage zu ihrem architektonischen Repertoire.

 

 

> Was die Schweizer Architekturszene aktuell beschäftigt, werden zehn Büros am 21. Juni 2017 im Landesmuseum in Zürich beim Pecha Kucha von archithese aufzeigen. Los geht es um 18.00 Uhr im Auditorium des Erweiterungsbaus.



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