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Zürichs Stadtbaumeister geht

Ende September 2016 legt der Direktor des Amtes für Städtebau in Zürich nach sieben Jahren sein Amt nieder. Patrick Gmür geht überraschend.

 

 

Text: Anna Valentiny – 31.3.2016
Foto: Amt für Städtebau der Stadt Zürich

Zürichs Wachstum gestaltet
«Zürich ist attraktiv und wächst. Die Nachfrage nach Wohnungen, Geschäftsflächen, Freiräumen und öffentlichen Einrichtungen steigt stetig. Umso wichtiger ist ein Wachstum mit Konzept. Dafür setzen wir uns ein, jetzt und in Zukunft.» Patrick Gmür hatte sich seit 2009 als Stadtbaumeister von Zürich mit der Weiterentwicklung und Überarbeitung des regionalen Richtplans, sowie der Revision der Bau- und Zonenordnung beschäftigt. (mehr dazu in archithese 2015/5 Zürich - für eine neue Planungspraxis)

Er reformierte die bis dato praktizierte Planungskultur der Stadt, indem er Urbanismus, Architektur und Denkmalpflege nicht weiter als getrennte Disziplinen ansah, sondern ihr Zusammenwirken als integrales System begriff. Entsprechend hob er beispielsweise die Trennung mehrerer Abteilungen auf.

 

Verdichtung nach innen
Während seiner Amtszeit initiierte Gmür zahlreiche Gebietsentwicklungen, beispielsweise das Stadtquartiers Greencity Süd in Zürich–Wollishofen, das erste 2 000-Watt-Areal der Schweiz.
Ein weiteres wichtiges, durchaus auch kontrovers diskutiertes Projekt ist die Europaallee, die im südwestlichen Vorfeld des Hauptbahnhofs Zürich, in dessen Planung Architekten wie Max Dudler oder Caruso St. John involviert waren und sind.
Der Architekt und Stadtplaner will in Zukunft wieder selbstständig arbeiten. Der Stadtrat bedauert den Abgang von Patrick Gmür, dankt ihm für seine geleistete Arbeit und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute, heisst es aus der Pressemitteilung des Hochbaudepartements der Stadt Zürich. archithese wird bald im Blog mit einem kurzen Interview mehr zu Patrick Gmürs Beweggründen darstellen. Die Stelle wird im April ausgeschrieben.

 

Einige Lebensdaten
1961 in Luzern geboren, gründete Gmür nach seinem Studium an der ETH Zürich sein eigenes Architekturbüro, das er von 1989 bis zu seinem Amtsantritt als Stadtbaumeister von Zürich führte. International machte er sich mit Wohnhäusern- und Schulbauten einen Namen. Stellvertretend zu nennen sind die Wohnüberbauung Paul-Clairmont-Strasse Zürich (2000–2006), sowie die Erweiterung und der Umbau des Schulhauses Scherr in Zürich (1997–2003) für die der Architekt mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Gmür war 1998 Dozent an der ETH Zürich und anschliessend bis 2008 Professor für Entwurf und Konstruktion an der Fachhochschule Nordwestschweiz, wo er auch Bau und Geomatik unterrichtete.

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