Aus welchem Land kommen Sie?


Blind Date

Während der Ausstellung Schweizweit, die seit November 2016 im Schweizerischen Architekturmuseum S AM zu sehen ist, laden die Kuratoren Gestalter aus verschiedenen Teilen des Landes, die einen Beitrag an die laufende Schau geleistet haben, zu einer Podiumsdiskussion ein. Die Diskussionspartner treffen erst am Abend ihres «Dates» aufeinander. So sollen sie unvoreingenommen und spontan vorbringen, was ihnen gerade unter den Nägeln brennt. Am Donnerstag, den 27. April werden sich Nicola Navone vom Archivio del Moderno und Irina Davidovici vom Institut für Geschichte und Theorie der Architektur dem S AM-Team gegenüber sitzen.

 

Text: Anne-Dorothée Herbort – 19.4.2017

 

Schweizweit
Andreas Ruby, neuer Direktor des Schweizer Architekturmuseums, möchte mit seiner ersten Ausstellung einen visuellen Atlas der aktuellen Schweizer Bauproduktion anlegen. Dazu hat er 162 Architekturbüros aus der ganzen Schweiz eingeladen, neben eigenen Projekten und vernakulären Bauten Bilder gebauter Architekturen einzureichen, die sie aktuell beeinflusst oder umtreiben. Entstanden ist eine grosse Auslegeordnung, welche die Vielfallt der Schweizer Architektur transportiert und die Rezipienten einlädt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszufiltern.

 

Stell dich ein mit Architekturgeschichtlern
Am vierten und letzten Blind date nehmen Architekten aus Zürich, Glarus, Genf und Mendrisio teil. Insbesondere sitzen sich zwei Protagonisten gegenüber, die sich mit Architekturgeschichte und -theorie der Architektur auseinander setzen. Nicola Navone ist Tessiner und leitet stellvertretend das Archivio del Moderno, welches zusammen mit der Accademia di Architettura in Mendrisio gegründet wurde. Das Institut steht in engem Bezug zur Tessiner Architekturschule und trägt zur Diskussion um die italienische, Schweizer und internationale Architekturkultur bei. Das Institut legt den Fokus seiner historischen Recherchen und Aufarbeitung von Archivmaterial auf die Neuzeit, das 20. Jahrhundert und insbesondere die Nachkriegszeit. Das Archivio Moderno versucht die Genesis der archivierten Entwürfe zu erschliessen, Bezüge der Architektur zu ihren verwandten Disziplinen zu ergründen, soziale Beziehungen der Tessiner Architektengemeinschaft offen zu legen und die Projekte in ihr soziokulturelles Umfeld einzuordnen. Das Archiv mit Sitz im Backsteingebäude aus der Feder von Mario Botta im Dorfkern von Mendrisio, verwaltet über 40 Nachlässe von Architekten, Ingenieuren, Städteplanern, Designern und bildenden Künstlern, welche die Moderne mitbestimmt und beeinflusst haben.

Nicola Navone, Dozent an der Accademia di Architettura, beschäftigt sich allem voran mit den familiären und professionellen Beziehungen der Tessiner Architekten und ihre Einflüsse in der Schweiz, Italien und Russland. Er wird nächsten Donnerstag Irina Davidovici – die zusammen mit Vittorio Magnano Lampugnani am gta an der Zürcher ETH forscht – und die Vertreter vom Schweizer Architekturmuseum zu einem Gespräch über Geschichte und Theorie der Schweizer Architektur auffordern.

 

Das Podiumsgespräch findet am 27.4.2017 um 19.00 Uhr im Schweizer Architektur Museum in Basel statt.

 

> Von Irina Davidovici lesen Sie in archithese 2015.6 Tradition, Adaption, Innovation einen Essay über das jüngere Werk von Christian Kerez.

> In archithese 2013.1 Swiss Performance schreibt Irina Davidovici über die Tektonik am Bau des Hauptsitzes der Firma Synthes in Solothurn von Peter Märkli.

 

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