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Bayerischer Architekturpreis für Peter Haimerl

Grosses Engagement für die regionale Baukultur und identitätsstiftende Gestaltungen – dafür wird Peter Haimerl aus Viechtach im Bayerischen Wald am 24. Juli 2018 mit dem Bayerischen Architekturpreis ausgezeichnet.

 

Text: Elias Baumgarten – 15.7.2018

 

Zwischen Respekt und Radikalität
Alle zwei Jahre zeichnet die Bayerische Architektenkammer bis zu drei Persönlichkeiten aus, die sich besondere Verdienste um die Baukultur im Freitsaat erworben haben. Die Ostbayerische Tageszeitung idowa hat nun gemeldet, dass der Preis in diesem Jahr an Peter Haimerl gehen wird. 
Der gebürtige Viechtacher feierte seinen interantionalen Durchbruch 2009 mit Birg mich, Chilli!, dem Umbau seines elterlichen Bauerhauses in Bernried im Bayerischen Wald, sowie der Revitalisierung des Dorfzentrums der Gemeinde Blaibach samt Konzerthaus (2014). Peter Haimerl glaubt an das Potenzial der Architektur: Seine Projekte versteht er als wichtigen Baustein, um in seiner verschlafenen Heimat wirtschaftliche Impulse zu setzen und vor allem Identität zu stiften und zu stärken.
Architektonisch setzt er auf den liebevollen Umgang mit (oft maroden) Bestandsbauten einerseits und eine kraftvolle – oder wie er sagt, «zeitgemässe» – Formensprache andererseits. Ein Beispiel sind Sanierung und Umbau des Schusterbauerhaus in München-Riem. In das vormals einsturzgefährdete Gebäude wurden zwei Wohnungen eingebaut. Während in der einen sehr viel vom Bestand weiter sichtbar ist und sogar die niedrigen Decken erhalten geblieben sind, wurde in der anderen ein auf die Spitze gekippter Würfel aus Beton eingestellt, der nun den Raum bildet.

 

Politisches Engagement
Haimerl rief 2010 gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege die Organisation Haus.Paten BayerWald ins Leben. Sie setzt sich für die Pflege regionaler Baukultur und insbesondere für den Erhalt historischer Häuser ein – eine Herzensangelegenheit für den Architekten. 2017 lancierte er ausserdem eine Bürgerinitiative gegen den Abriss des historischen Semmlerhauses in Viechtach und protestierte vehement gegen das Verschwinden des Baus aus der Barockzeit. Obschon sein Vorstoss letztlich scheiterte, dürfte dieses Engagement ein gewichtiger Grund sein, den Bayerischen Architekturpreis an Haimerl zu verleihen. Es scheint, als wolle ihn die Bayerische Architektenkammer in seinem Einsatz bestärken. Dem stimmt die Redaktion der archithese voll und ganz zu, gratuliert Peter Haimerl und sagt: «Weiter so!»

 

> Peter Haimerl äussert sich in archithese 3.2018, die am 1. September erscheint, mit einem Mission Statement zu seiner architektonischen Haltung.

Beim archithese-Pecha Kucha Fresh Bavaria am 25. Oktober 2018 in der Münchner Pinakothek der Moderne wird Peter Haimerl einen Kurzvortrag halten und mit dem Hof Schedlberg ein neues Projekt präsentieren. Weitere Informationen zum Anlass folgen.

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