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Ausgeleuchtet

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums von Eisenhüttenstadt hat die künstlerisch-architektonische Arbeit Ausleuchtung (Weltall, Erde, Mensch) von Michael Hirschbichler ein neues Licht auf die sozialistische Idealstadt geworfen. Zusammen mit dem Stahlwerk «Eisenhüttenkombinat Ost» errichtet und zwischenzeitlich als Stalinstadt bekannt, galt sie lange als Modell einer neuen sozialistischen Gemeinschaft. Die damit verbundene Aufbruchsstimmung und der Optimismus der Zeit ist noch immer in Mosaikbildern im Stil des Sozialistischen Realismus im öffentlichen Raum erfahrbar.

 

Text: Jørg Himmelreich – 26. November 2020
Fotos: Michael Hirschbichler

 

Weltall – Erde – Mensch
In Wandbildern wie Weltall, Erde, Mensch von Otto Schutzmeister im Wohnkomplex VI aus den 1960er-Jahren ist eine visionäre kosmische Perspektive ins Bild gesetzt, die in starkem Kontrast zu ihrer gegenwärtigen räumlichen und sozialen Umgebung steht. Dabei ist der visionäre Inhalt des Bildes – den Menschen in seiner Beziehung zur Erde und zum Kosmos zu denken – heute aktueller denn je in einer Zeit, in welcher der Zustand der Erde zunehmend krisenhaft ist.

 

Vergangene Zukunftsvision
In Michael Hirschbichlers Ausleuchtung wurde das Wandmosaik von Otto Schutzmeister nun für vier Stunden neu in Szene gesetzt und die Zukunftsvision der Vergangenheit in der Gegenwart neu verhandelt. Indem ausgewählte Bildmotive – die kosmischen Lichtstrahlen – mit LED-Leuchtstoffröhren eine dreidimensionale Umsetzung erfahren haben, erstrahlte das Mosaik in einer temporären räumlichen Installation, in einem neuen szenografischen Kontext. Hierdurch wurde der gemeinschaftliche Aussenraum des Wohnkomplexes als Begegnungs- und Diskussionsraum gestärkt, und Anwohnende und Besuchende dazu angeregt, das Vorhandene mit einem frischen Blick zu erleben. Die Installation stellte den Auftakt des Projekts «Eisenhüttenstadt – zwischen Modell und Museum» dar und war am Abend des 1. September 2020 zu bestaunen.

 

> Die Faszination für Weltall, Raumfahrt und Science-Fiction teilen viele Architekt*innen.

> Das Cover der archithese 3.2016 Postmoderne – neu gelesen ist eine Collage von Michael Hirschbichler.

> Die Balkan Beats-archithese zeigt ebenfalls sozialistische Architekturvisionen und gebaute Utopien.

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