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Aus am grünen Tisch

Im Juli 2017 konnten die jungen Schweizer Architekten Tim Schäfer, Pablo Donet Garcia und Tanja Reim den ersten grossen Erfolg ihrer Karriere verbuchen. Sie gewannen den offenen Realisierungswettbewerb der Kooperative Grossstadt für die Genossenschaft «San Riemo» in München. Doch nun steht ihr Projekt vor dem Aus und die zweiplatzierte Arbeitsgemeinschaft aus Summacumfemmer und Juliane Greb kommt zum Zug. Der Grund liegt in wirtschaftlichen Erwägungen.

 

Text: Elias Baumgarten – 26.9.2017

 

Nicht wirtschaftlich genug
Wie die Kooperative Grossstadt gestern meldete, ist der siegreiche Wettbewerbsbeitrag von Tim Schäfer, Pablo Donet und Tanja Reim auch nach einer Überarbeitung nicht umsetzbar. Die Gestaltung sprenge noch immer das Budget der Genossenschaft und biete ausserdem zu wenig Wohnfläche, so dass es bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung durchfalle. Ein Kauf des Grundstücks sei aber nur möglich, wenn eine überzeugende ökonomische Perspektive vorhanden sei. Darum wurde das Projekt nun bachab geschickt. Eine weitere Überarbeitung des Entwurfs wurde aus Zeitgründen abgelehnt und weil die Bauherrschaft zu grosse Einbussen an architektonischer Qualität fürchtet.

 

Zuschlag für die Zweitplatzierten
Stattdessen wird nun das Projekt der Arbeitsgemeinschaft aus Summacumfemmer (Florian Summer und Anne Femmer) und Juliane Greb verwirklicht. Laut Kooperative Grossstadt ist deren Entwurf geprägt von der «Idee eines atmenden Hauses», simpel, «hocheffizient» und zugleich sehr flexibel. Das von der Genossenschaft geforderte Konzept der Basis-, Filial- und Nukleus-Wohnungen zur Unterbringung verschiedener Wohnformen in einem Haus bleibt indes erhalten. Die Bauherrschaft bedauert, dem eigenen Anspruch nicht gerecht zu werden, das im Wettbewerb siegreiche Projekt zu verwirklichen.

 

> Lesen Sie mehr zum Wettbewerb und zum Siegerentwurf.

> Christian Inderbitzin leitete die Jury der Kooperative Grossstadt. Er verfasst für archithese 4.2017 Ruinen, die am 1. Dezember erscheint, einen Aufsatz über die Ruine als Denkmodell. 

> Wie könnten neue Konzepte für das Wohnen in Gemeinschaft aussehen? Diese Frage umkreist die Schau Together! Wie wollen wir wohnen?, die am 3. Juni 2017 im Vitra Design Museum Vernissage feierte.

> Japans Beitrag zur 15. Architekturbiennale in Venedig adressierte soziale Veränderungen und die Gefahr der Vereinsammung durch einen Trend zum Singledasein; aufgezeigte wurden architektonische Lösungsansätze.

> Die Drittplatzieren Oliver Lütjens und Thomas Padmanabhan nahmen am 4. Oktober 2016 im Rahmen von archithese kontext an der Veranstaltung Aktualität der Postmoderne teil.

> Für Heft 3.2017 Bri-Collagen setzten sich Oliver Lütjens und Thomas Padmanabhan mit Made In zusammen, um über ihre Konzepte und Architekturauffassung zu debattieren.

archithese wird in 2018 den Blick nach Bayern wenden und sich mit der Verfassung und den Ideen der dortigen Architekturszene auseinandersetzen.

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Das Kollektivwohnhaus


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