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archithese 6.1996

In Glas

CHF 7.50, ISBN 978-3-03862-080-8, 84 Seiten, PDF (97 MB)


 

In der Verwendung des Werkstoffes Glas interessieren neben der Transparenz im herkömmlichen Sinne der Moderne vermehrt Qualitäten im Zwischenbereich von transluzent und opak. Dabei machen es Beschichtungstechniken wie das Emaillieren und die Beeinflussung der Rohstoffe möglich, nuancierte Farbtöne und Reflexionsgrade einzusetzen.
Vor allem bei Fassaden mit hohem Glasanteil charakterisiert damit neben der Figur des leuchtenden, harten und strukturell homogenen Kristalls jene des matten, weichen und mehr­schichtigen Schleiers oder Filters das Verhältnis von Körper und Oberfläche. Und in Abhängigkeit vom wechselnden Licht können sich intendierte Veränderungen einstellen. Erhalten, wenn auch in gemilderter Form, bleiben in den meisten Fällen das bereits im vorigen Jahrhundert diskutierte Problem des, zumindest potentiellen, Verschwindens der Architektur, ihrer Entmaterialisierung, und die damit verbundenen grundsätz­lichen Fragen, vor allem des Körperlichen und des Ausdrucks. Parallel zu diesen ästhetischen Ansätzen wird seit einigen Jahren, und mit durchaus wechselndem Erfolg, unter dem Stichwort «Advanced Glazing» an einer verbesserten Technik des Glases gearbeitet. Bei diesen Forschungen im Dienste der Licht- und der Energiebilanz des Hauses stehen neben der Fixierung der Glasscheiben vor allem der mehrschichtige Aufbau und eine angestrebte Veränderbarkeit des Lichtdurch­lasses im Vordergrund. Und schliesslich kann Glas als Teil von ein- und mehrschaligen Konstruktionen einen wesentlichen Beitrag zur Okobilanz im Sinne einer «intelligenten Fassade» leisten.
Nicht zuletzt angesichts der Wiederentdeckung von profilierten Gläsern wird der Beitrag der Hersteller von Luxfer­Prismenglas zur frühen Moderne beleuchtet. Und nachdem das Heft 1 /96 der archithese zwei Fälle von Glas-Architektur präsentierte, wird sich dieses Heft mit einer Reihe neuerer Bauten beschäftigen, die auf unterschiedliche Weise das architektonische Potential des Werkstoffes Glas einsetzen. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Bauart, Devanthery & Lamuniere, Baumschlager-Eberle, Herzog & de Meuron und Wymann & Selva.

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